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Ich möchte einen Kleinkredit über 20‘000 Franken aufnehmen. Ich arbeite 50 Prozent, muss eine Hypothek abzahlen und erhalte von meinem Ex-Mann Alimente. Die Firma MCS Siegrist & Partner in Zürich vermittelte mir jetzt ein Kreditangebot der Bank-Now. Um diesen Kredit abzuzahlen, müsste ich 4 Jahre lang eine Monatsrate von 525 Franken zahlen, Zins inklusive. Er beträgt 12,5 Prozent. Ist das Angebot gut? Soll ich zusagen?
Nein. Durch einen Vermittler offerierte Kleinkredite sind meist teurer als Darlehen direkt vom Anbieter. Denn die Vermittlungskosten müssen Sie berappen – mit einem höheren Zins. Die 12,5 Prozent Zinsen der Bank-Now sind zudem sehr hoch. Zum Vergleich: Der in der Schweiz erlaubte Maximalzinssatz beträgt 15 Prozent. Bei der Credit-Suisse-Tochter Bank-Now hängt der verlangte Zins auch von der Zahlungsfähigkeit (Bonität) ab. Sie haben kein hohes Einkommen und müssen zudem eine Hypothek abzahlen. Das beeinflusst das Angebot der Bank.
Wenden Sie sich zum Beispiel an die Migros Bank oder an die Berner Kantonalbank: Beide bieten Kleinkredite zu deutlich tieferen Zinsen an (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Bei der Berner Kantonalbank hätten Sie nach 4 Jahren 1889 Franken eingespart: Sie würden für Ihren Kredit total 3311 Franken Zins zahlen, bei der Bank-Now aber 5200 Franken.
Der Haken: Bei schlechter Bonität lehnen diese Banken einen Antrag ab. Denn keines der beiden Institute wendet das Modell an, wonach bei guter Bonität ein tiefer und bei schlechter Zahlungsfähigkeit ein hoher Kreditzins gefordert wird. Falls Sie den Kredit aufnehmen möchten, um Schulden loszuwerden, fahren Sie besser, wenn Sie Ihrem Gläubiger Ratenzahlungen anbieten. Das ist meist billiger, denn Kleinkredite sind immer teuer.
Eine weitere Alternative: Ein Darlehen von guten Bekannten oder engen Verwandten zu einem tieferen Zins. Im Darlehensvertrag sollte alles Wichtige geregelt sein – Betrag, Laufzeit, Zins und Rückzahlung. Ein Muster finden Sie hier. Tipp: Holen Sie Rat bei einer öffentlichen Beratungsstelle für Schuldenfragen. Zum Beispiel hier. Dort sind alle regionalen Anlaufstellen aufgelistet.
06. Dezember 2009 | Bernhard Bircher, Redaktor K-Geld