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Trotz Zusatzversicherung: Ein Spitalaufenthalt in Europa kann teuer werden. Denn die Kostenbeteiligung im Ausland ist oft nicht versichert.
Familie Moret aus Bex VD war auf Korsika in den Ferien, als ihr Sohn Samuel ins Spital musste. Um die Rechnung mussten sich die Eltern dank der Europäischen Versicherungskarte nicht kümmern. Aber beim Spitalaustritt mussten sie 347 Euro aus dem eigenen Sack bezahlen. Der Grund: Bei Ferien in Europa bemisst sich die Kostenbeteiligung der Grundversicherung nach den Regeln im Ferienland. Sie ist meist vor Ort zu zahlen. In Frankreich müssen stationäre Spitalpatienten einen Selbstbehalt von 20 Prozent und eine Tagespauschale von 16 Euro bezahlen.
Zurück in der Schweiz, verlangten die Eltern eine Rückerstattung dieser Kosten bei der Groupe Mutuel, wo sie eine Reiseversicherung abgeschlossen hatten. Die Kasse lehnte ab, Selbstbehalt und Franchise im europäischen Ausland waren nicht versichert. Eine saldo-Umfrage bei den grössten Krankenkassen zeigt, dass nur wenige diese Kosten decken: Die Zusatzversicherung Mondia von Assura übernimmt die gesamte Kostenbeteiligung, Helsana-Versicherte mit den Zusätzen Completa und Top zahlen nur einen Selbstbehalt von 300 Franken.
Welche Selbstbehalte und Franchisen in Europa anfallen, erfährt man bei der eigenen Krankenkasse oder auf www.kvg.org. Übrigens: Nicht alle Spitäler und Ärzte in der EU akzeptieren die Europäische Versicherungskarte. Dann müssen Patienten die Behandlung vor Ort bezahlen und von ihrer Krankenkasse eine Rückerstattung verlangen. Diese bezahlt maximal den doppelten Tarif der Schweiz, abzüglich der in der Schweiz geltenden Kostenbeteiligung.
25. April 2010 | Beatrice Walder, Redaktion saldo
