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Wer ein Occasionsauto kauft, sollte auf das Alter der Pneus achten. Bei zu alten Reifen besteht ein Anspruch auf Preisreduktion.
Ende April 2009 kaufte Nicolas Orta aus Sarnen OW bei der Amag in Bern für 20\'100 Franken einen zwei Jahre alten Hyundai Coupé. Fast ein Jahr später war er zusammen mit einem Bekannten unterwegs, der in einer Garage arbeitet. «Er bemerkte ein ungewöhnliches Geräusch», sagt Orta. Ursache waren die Sommerreifen. Diese waren im Zeitpunkt des Kaufs schon fünf Jahre alt. Orta reklamierte sofort bei der Amag, doch er stiess auf taube Ohren.
«Die Amag hätte einen Teil des Kaufpreises zurückzahlen müssen», sagt Hans Ruedi Schmid, Leiter der saldo-Rechtsberatung. Denn Orta habe davon ausgehen dürfen, dass die Pneus nicht älter sind als das Auto – also zweijährig. Autopneus werden mit zunehmendem Alter spröder – der Wert nimmt dadurch ab. Schmid: «Orta hat korrekterweise sofort reklamiert.» Mängel müssen laut Gesetz innerhalb eines Jahres seit dem Kauf gerügt werden.
Gegenüber saldo gibt Amag-Sprecher Dino Graf zu, dass die Sommerreifen zwischen vier und fünf Jahre alt waren. Das sei jedoch «klar in der Toleranz». Der Wagen habe die ab Werk montierte Originalbereifung getragen, und Reifen würden vor der Fahrzeugproduktion hergestellt.
25. September 2010 | Beatrice Walder, Redaktion saldo