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Die Telekommunikationsfirma verärgert ihre Kunden: Seit anfang Jahr müssen sie einen bis zu gut drei Mal so hohen Nachttarif für die Internet-Nutzung zahlen.
Bis vor wenigen Jahren surfte eine Mehrheit der Internet-Nunden über das analoge Telefonnetz (genannt Dial-Up). Diese Kunden bezahlen einen zeitabhängigen Betrag der sich mehrheitlich an den Festnetztarifen orientiert.
Im vergangenen Jahr nutzten rund 70 000 Sunrise-Kunden dieses System. Im ADSL-Bereich waren es damals 233 000 Kunden.
Für die Benützung zwischen 22 Uhr bis 8 Uhr zahlten die Kunden bisher einen Nachttarif von 60 Rappen pro Stunde. Seit anfangs Jahr hat Sunrise die Preise massiv angehoben: "Neu gilt auch hier der Einheitstarif von 1.95 Franken pro Stunde." Viele K-Tipp- und Saldo-Leser zeigen sich darüber verärgert.
Sunrise begründet diesen Schritt mit der angestrebten Vereinheitlichung der bis zu sechs Tagestarifen.
"Bei der Hälfte der Kunde führt die Vereinheitlichung zu einer Vergünstigung", sagt Sunrise-Sprecher Konrad Stokar. Trotzdem steigt der durchschnittliche Rechnungsbetrag der Dial-Up-Kunden von bisher 9,70 Franken auf neu 11.30 Franken, gibt Stokar zu.
Für die Dial-Up-Kunden ist eine weitere Tatsache stossend: "Sunrise sandte ihre Rechnung sowie die Infos zu den neuen Tarifen am 25. Dezember ab. Diesen Brief erhielt ich jedoch erst am 5. Januar", empört sich ein K-Tipp-Leser aus Muttenz.
Noch störender: Personen mit geringen Rechnungsbeträgen erhalten ihre Rechnung nur alle zwei Monate. Bis zum Eintreffen der Rechnung surfen sie im falschen Glauben, dass sie während der Nacht für nur 60 Rappen pro Stunde telefonieren.
"Sunrise hat die neuen Tarife mit Gültigkeit ab 1. Januar bereits am vergangenen 30. November im Internet publiziert. Zudem haben wir unsere Kunden im ganzen Monat Dezember mit einer Rechnungsbeilage informiert", rechtfertigt sich Konrad Stokar.
Immerhin: Der Sunrise-Kundendienst sei angewiesen, in besonderen Fällen eine Pauschalgutschrift zu machen, wenn sie nicht persönlich und rechtzeitig über die Tarifänderung informiert worden seien, so Konrad Stokar.
Das ist für den Leser aus Muttenz kein Trost: "Wir wechseln jetzt zur Swisscom." Hier gilt noch der Nachttarif von 70 Rappen pro Stunde.
18. Januar 2008 | Philipp Schwarz
