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Für Ärzte gibt es keinen Grund mehr, Betablocker gegen Bluthochdruck zu verschreiben. Das Risiko an Herzinfarkt, Hirnschlag oder Herzversagen zu sterben, steigt in vielen Fällen sogar.
Jahrzehntelang galten Betablocker als «Wundermittel» gegen Bluthochdruck. Man glaubte, sie schützen vor Schlaganfällen – eine mögliche Folge eines zu hohen Blutdruckes. Eine neue Studie der Columbia-Universität in New York bestätigt nun aber die in den letzten Jahren aufgetauchten Vorbehalte gegen das Medikament. 68 000 Einzelstudien wurden ausgewertet. Das eindeutige Resultat, so ist dem Gesundheitstipp-Artikel «Betablocker schützen nicht vor Herzinfarkt» zu entnehmen: Patienten, die Betablocker einnahmen, hatten zwar einen normalen Blutdruck und einen tieferen Puls. Dennoch zeigte sich ein höheres Risiko, an Hirnschlag, Herzinfarkt oder Herversagen zu sterben. Dies im Vergleich zu Patienten, die andere Blutdrucksenker nahmen.
Der Luzerner Herzspezialist Franz Messerli, Hauptautor der Studie, zum überraschenden Ergebnis: «Wahrscheinlich senken die Betablocker den Blutdruck vor allem in den Armen und Beinen. In den grossen Blutdruckgefässen zwischen Herz und Gehirn sinkt er dagegen nur wenig.» Messerli rät deshalb dringend von Betablockern ab.
Die Ergebnisse haben auch die Schweizerische Hypertonie-Gesellschaft SHG aufgeschreckt. Sie gibt für Ärzte Empfehlungen heraus, wie Bluthochdruck zu behandeln sei. In den neuen, die im Frühjahr erscheinen, wird die Bedeutung von Betablockern nun weiter nach unten korrigieren.
Der Gesundheitstipp ist für 3 Franken am Kiosk erhältlich.
02. Dezember 2008 | Daniel Jaggi, Redaktor K-Tipp
