|
(0) |
Billigprodukte aus Gummi sind oft mit krebserregenden Weichmachern belastet. «Schnäppchen» mit typischem Gummi-Geruch sind zu meiden.
Was haben Badelatschen, Kinderuhren, Velogriffe und Clogs gemeinsam? Sie enthalten möglicherweise giftige Weichmacher. Das gilt vor allem für Billigartikel, wie eine Untersuchung der Prüforganisation Tüv Rheinland zeigt. 27 verschiedene «Schnäppchen» hat der Tüv auf Weichmacher getestet. Bei 80 Prozent fanden die Prüfer hohe Konzentrationen. Besonders bedenklich ist das bei Produkten mit längerem Hautkontakt oder bei denen sich während des Kontakts Schweiss bildet: Schuhe, Uhren, Griffe von Velos und Werkzeug, Lenkradhüllen. Auch in Spielzeug fand der Tüv gefährliche Weichmacher.
Die gefundenen Weichmacher gehören zu den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (Pak). Sie werden über die Haut aufgenommen und stehen unter Verdacht, Krebs zu erzeugen, das Erbgut zu verändern und die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. In einem Lenkradüberzug mass der Tüv einen extrem hohen Pak-Gehalt. Zum Vergleich: Wer das Lenkrad eine Stunde in der Hand hält, nimmt so viel Weichmacher auf, wie beim Rauchern von über 1000 Zigaretten. Ein Grenzwert existiert für Pak bei diesen Produkten nicht.
Tipp: Produkte aus Gummi oder Kunststoff meiden, die stark riechen. Der Geruch kann ein Hinweis auf einen hohen Anteil an Weichmachern sein. Produkte mit dem GS-Prüfzeichen sind normalerweise frei von diesen Schadstoffen.
Der K-Tipp hat in Skibrillen ebenfalls Pak nachgewiesen (Test Ausgabe 01/09). Im K-Tipp-Online-Archiv finden Sie weitere Artikel über diesen Schadstoff und Produkte, die frei davon sind.
02. April 2009 | Beat Camenzind, Redaktion Online
