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Viele Drogerien und Apotheken täuschen ihre Kunden

Nicht nur im Internet werden vermeintliche Wunderpillen für viel Geld verkauft. Auch Apotheken, Drogerien und Reformhäuser mischen beim Geschäft mit der Gesundheit mit.

Viele Drogerien und Apotheken täuschen ihre Kunden

«Grünlippmuschel-Extrakt hilft gegen Rheuma.» So warb eine Drogerie für ihre Produkte. Doch das ist nicht erlaubt. Das Problem: Der Extrakt ist kein Arzneimittel, sondern ein Lebensmittel. Deshalb ist die Heilanpreisung verboten. Denn bei Lebensmitteln ist die Wirkung nicht oder nur ungenügend belegt.

Doch mit den Gesetzen nehmen es Apotheken, Drogerien und Reformhäuser nicht so genau. Das zeigt ein Blick in die Jahresberichte der Kantonschemiker. Schon 2005 schrieb das Kantonale Labor Zürich, den Fachleuten seien die Gesetze bekannt. «Trotzdem setzen sich die verantwortlichen Personen der Betriebe nicht selten darüber hinweg». Da werden die Regale unzulässig beschriftet, Broschüren verteilt oder gleich Hinweistafeln vor den Laden gestellt.

Eine Liste mit unerlaubten Heilsversprechen hat das Amt für Verbraucherschutz Aargau im Jahresbericht 2008 erstellt. Bei einer Kontrolle beanstandete das Amt alle zehn überprüften Betriebe. Die häufigsten Verstösse:

Lebensmittel unerlaubte Heilsanpreisung
Hagebuttenpuler Anwendung bei Arthrose
Grünlippmuschel-Extrakt Zur Behandlung von Arthrose und Rheuma
Molke    Zur günstigen Beeinflussung von chronischen Verdauungsproblemen, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes
Preiselbeerprodukte Zur Verhinderung und Bekämpfung von Harnwegsinfektionen, bei Blasenbeschwerden

04. Januar 2010 | Beat Camenzind, Redaktion Online


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