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Eine vollständige Lieferung ist Glückssache und der Service mangelhaft: Dies hat ein Saldo-Test bei zehn Kleider-Versandhäusern ergeben.
Um die Lieferdisziplin der Versandhäuser ist es schlecht bestellt. Zehn Testpersonen orderten im Auftrag von Saldo bei zehn Firmen je drei Kleidungsstücke. Das ernüchternde Fazit: Wer sich per Katalog Kleider liefern lässt, muss damit rechnen, die Ware unvollständig oder verspätet zu erhalten. Nur der deutsche Quelle-Versand schaffte es, alle bestellten Kleidungsstücke zu liefern. Die meisten anderen Firmen schnitten beim Kriterium «Bestellung und Lieferung» enttäuschend ab: Die Versandhäuser konnten bis zu sechs Artikel nicht zustellen.
Unrühmlich ist auch die hohe Zahl der Nachlieferungen. «Es ist ärgerlich, wenn Stücke, die man zusammen tragen möchte, nicht zur selben Zeit eintreffen», sagt eine Kundin. Nur Veillon kam ohne Nachlieferungen aus.
Nur der Testsieger verlangt keine Versandkosten
Quelle gehört im Wertungsbereich «Bestellung und Lieferung» zu den Besten, weil die durchschnittliche Lieferzeit nur 6,7 Tage betrug. Selbst die Nachlieferungen trafen alle nach spätestens 17 Tagen ein. Noch kürzere Lieferzeiten als Quelle erreichte einzig Spengler. Ungenügende Noten im Teilbereich «Lieferung» gab es für Ackermann, Heine, Jelmoli und Cornelia. Ackermann verschickte bis Testende sechs Kleidungsstücke nicht, Heine fiel durch lange Lieferzeiten auf und stellte zwei komplette Bestellungen nicht zu. Bei Jelmoli und Cornelia gab es ungenügende Noten, weil Kleidungsstücke bis zum Testende nicht geliefert wurden und Artikel verspätet nachgesandt wurden - und dies bei ohnehin schon langer Lieferzeit.
Tendenziell besser als bei einem Saldo-Test 1999 schnitten die Versandhäuser bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen ab. Die Umtausch- und Zahlungsfristen sind heute oft besser. Klarer Sieger ist das Haus Bader, das 1999 noch nicht vertreten war. Es bietet eine Umtauschfrist von 14 Tagen, eine Zahlungsfrist von 30 Tagen sowie einen sehr tiefen Ratenzahlungszuschlag von maximal 0,68 Prozent pro Monat. Und: Bader verlangt keine Versandkosten.
Bei der Kundenfreundlichkeit schneidet La Redoute am schlechtesten ab. Vor allem sind die Fristen für Umtausch und Bezahlung mit fünf bzw. zehn Tagen sehr knapp bemessen.
Die Testpersonen beurteilten auch Angebot, Qualität und Service. Die besten Noten gab es erneut für Bader - der Verzicht auf Versandkosten und die Qualität der Kleider wurden positiv gewertet. Veillon, Neckermann und Heine kamen ebenfalls gut an. Während Quelle einmal nur die Note 2,5 erhielt, weil ein falscher Artikel geliefert wurde, benoteten andere das Versandhaus mit bis 5,5. Auch bei Spengler lobten die einen die gute Qualität, während andere über die zu teure Ware klagten. Kritisiert wurde zudem, dass Spengler für fehlende Artikel beliebigen Ersatz liefert: «Der Ersatzjupe war sportlich statt elegant und auch von ganz anderer Qualität», so eine Kundin.
Gesamtsieger im Saldo-Test ist das Versandhaus Bader. Drei weitere Firmen erhielten das Prädikat «gut», für sechs Unternehmen gab es nur genügende Noten. Auffallend: Drei Häuser mit deutschen Wurzeln belegen die Podestplätze.
05. Mai 2004 | Mirjam Fonti
