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Test | saldo 3/2005

Cornflakes

Bei Cornflakes können gesundheitlich bedenkliche Schimmelpilzgifte den Genuss trüben. saldo liess zwölf Produkte im Labor untersuchen - und wurde fündig.

Traditionelle Cornflakes sind die gesunde Alternative zu anderen Frühstücksflocken, die oft bis zu 15 Prozent Fett und über 20 Prozent zugesetzten Zucker enthalten. Die Werte der Cornflakes nehmen sich geradezu bescheiden aus: Sie enthalten nur 1 Prozent Fett und durchschnittlich 4 Prozent Zucker.

In den Cornflakes lauert aber ein anderes Problem: Chemiker der Lebensmittelbehörden von Sigmaringen und Stuttgart (D) fanden in 32 von 37 Proben Cornflakes gefährliche Schimmelpilzgifte. saldo liess durch ein anerkanntes Labor prüfen, ob die in der Schweiz verkauften Cornflakes ebenfalls belastet sind. Das Ergebnis: Zwei der zwölf eingekauften Produkte - 1-Cornflakes von Carrefour und Corn-Ti-Flakes aus dem Reformhaus - enthielten Spuren von Schimmelpilzgiften.


Zwei Produkte im Test mit ranzigem Geruch

saldo hat diese beiden Produkte im Gesamturteil um eine Stufe schlechter bewertet (siehe Tabelle). Grund: Die Ergebnisse der übrigen Cornflakes im Test beweisen, dass der Grossteil der Produkte nicht belastet ist. Bei den Corn-Ti-Flakes und bei den Leib und Gut Bio Cornflakes stellte das Labor zudem einen ranzigen Geruch fest. Diese Flocken wurden zusätzlich abgewertet.

Das Labor suchte nach Fumonisinen und Deoxynivalenol (DON) - sogenannten Fusarientoxinen. Fumonisine sind im Tierversuch krebserregend, sie schädigen vor allem Leber und Nieren; DON hat negative Auswirkungen auf das Immunsystem und erzeugt Brechreiz. Gefunden haben die Chemiker in den Corn-Ti-Flakes 60 Mikrogramm Fumonisine pro Kilogramm und in den 1-Cornflakes von Carrefour 80 Mikrogramm pro Kilogramm. DON konnte in keinem der Cornflakes-Produkte nachgewiesen werden.


Deutschland: Viel strengere Grenzwerte als die Schweiz

Weil die meisten Schimmelpilzgifte chronisch und in höheren Konzentrationen auch akut giftig sind, haben die Behörden Höchstmengen festgelegt. In der Schweiz beträgt der Toleranzwert für die beiden Stoffe je 1 Milligramm pro Kilogramm. Die deutschen Lebensmittelbehörden sind bei den Fumonisinen strenger: Sie kennen für Maisprodukte einen Höchstwert von 500 Mikrogramm pro Kilogramm und für Cornflakes gar nur 100 Mikrogramm pro Kilogramm. Dieser Wert liegt zehnmal tiefer als jener in der Schweiz - begründet wird das damit, dass Cornflakes häufig und gerne von Kindern gegessen werden.

Der deutsche Gesetzgeber hat den Wert so festgelegt, damit selbst ein sechsjähriges Kind, das etwa 20 Kilogramm wiegt und jeden Tag Cornflakes isst, die von der EU empfohlene, duldbare tägliche Aufnahmemenge (TDI-Wert) von 2 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreitet. Die im saldo-Test nachgewiesenen Werte von 60 beziehungsweise 80 Mikrogramm pro Kilogramm überschreiten somit weder den Schweizer noch den strengeren deutschen Höchstwert.

Anders präsentierte sich die Situation in den Anfang Jahr von den deutschen Untersuchungsämtern veröffentlichten Ergebnissen: Ein Fünftel der Proben überschritt die gesetzlich tolerierte Höchstmenge - in einer Probe wurde gar ein Wert von 548 Mikrogramm pro Kilogramm gemessen. Auch das Basler Kantonslabor hat unlängst Maisprodukte auf Schimmelpilzgifte untersucht. Das Resultat: Bei den Cornflakes fiel vor allem der erhöhte DON-Gehalt auf.

Dass sich im saldo-Test nur sehr geringe Werte fanden, kann mehrere Gründe haben. Ob der Mais während der Reifezeit von Schimmelpilzen befallen wird, hängt von den Witterungsbedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit sowie von Anbaumethode, Sortenwahl und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ab. Folglich können die Unterschiede je nach Region und Erntezeitpunkt erheblich sein. Kommt hinzu, dass sich Schimmelpilze nicht in der ganzen Ernte gleichmässig ausbreiten. Es ist also möglich, dass aus der gleichen Ernte einzelne Chargen mit Schimmelpilzen belastet sind, andere hingegen nicht.


2004 war bezüglich der Schimmelpilze ein gutes Erntejahr

Laut dem badenwürttembergischen Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum war das Jahr 2003 ein schlechtes Erntejahr - viele Maisprodukte erreichten sehr hohe Werte. Für 2004 liegen noch nicht alle Ergebnisse vor, doch es zeigt sich, dass die Ware aus der aktuellen Ernte eher weniger belastet ist. Auch ein Grossteil der von saldo getesteten Cornflakes wurde mit Mais aus der Ernte 2004 hergestellt.

saldo hat die Hersteller mit den Ergebnissen konfrontiert. Carrefour kommentierte die in den 1-Cornflakes gefundenen Fumonisin-Gehalte nicht. Paolo Bassetti, Hersteller der biologisch produzierten Corn-Ti-Flakes, schreibt, dass die Werte unbedenklich seien, da sie unter den gesetzlichen Vorgaben liegen. Und zum ranzigen Geruch seiner Produkte hält er fest: «Die Corn-Ti-Flakes werden aus Vollkornmaisgriess hergestellt - sie enthalten also die Rohfasern und mehr Fett. Deshalb schmecken und riechen sie auch sofort nach der Herstellung anders als normale Cornflakes.»



Herstellung

Um Cornflakes herzustellen, wird die Schale des Maiskorns abgeschliffen und der fetthaltige Keimling entfernt. Dann werden die Maiskörner zusammen mit Malz, Zucker und Salz gekocht, getrocknet und einige Stunden liegen gelassen. Danach werden sie von riesigen Walzen platt gedrückt. Nun werden die Flocken geröstet, bis sie die typische goldgelbe Farbe erhalten. Manche Hersteller sprühen zusätzlich Vitamine auf die Cornflakes.

16. Februar 2005 | Jeannette Büchel


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Frühstücksflocken mit schlechtem Beigeschmack
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