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Zum Schutz vor schädlichen UV-Strahlen ist eine gute Skibrille ein Muss für jeden Skifahrer. Doch der saldo-Test zeigt: Jede Vierte schützt nicht vollständig.
Die Sportferien stehen an. Bald ist auf den Skipisten einiges los. Vernünftige Skifahrer gehen nur mit einer Skibrille auf die Piste. Denn auch bei bewölktem Himmel sendet die Sonne die schädlichen, aber nicht sichtbaren UV-Strahlen zur Erde. Mit einer guten Skibrille ist man dagegen am besten gewappnet.
Doch nicht alle Skibrillen kommen gegen das UV-Licht an, wie ein Test zeigt. saldo hat 15 Skibrillen für Erwachsene und 5 Modelle für Kinder vom Schweizerischen Optikerverband auf ihren UV-Schutz hin prüfen lassen.
3 Modelle für Erwachsene und 2 für Kinder sind nur bedingt empfehlenswert (siehe Tabelle). Sie erfüllen zwar die gesetzlichen Normen, lassen aber ein kleines Spektrum an schädlichen Strahlen zum Auge durchdringen.
Fast alle Hersteller halten sich an den Suva-Standard
Diese Strahlen liegen im Bereich von 380 bis 400 Nanometer Wellenlänge. Schon vor einigen Jahren hat die Augenklinik der Universität Zürich darauf aufmerksam gemacht, dass auch diese Strahlen schädlich sind, da es sich um UV-Licht handelt. Zusammen mit der Suva wurde der Standard «UV 400» kreiert, an den sich – wie der Test zeigt – die meisten Hersteller halten.
Charlotte Remé von der Augenklinik der Universität Zürich erklärt, was mit den Augen geschehen kann, wenn die Skibrille Licht aus diesem Bereich nicht vollständig filtert. Die Strahlen können «die Hornhaut des Auges akut schädigen – sprich Schneeblindheit – und chronisch die Entstehung von grauem Star fördern». Diesem Risiko setzt sich aus, wer sich mit den bemängelten Skibrillen immer wieder über längere Zeit im Schnee aufhält.
Vor allem für Kinder kann eine ungenügende Skibrille verheerende Folgen haben. Bis zur Pubertät ist das Auge noch empfindlicher für UV-Strahlen. Eltern sollten sich also beim Skibrillenkauf für ihre Kleinen – aber auch für sich selbst – Zeit nehmen.
Die Farbe Gelb schützt nur an nebligen Tagen
Das ist offenbar selten der Fall: André Wolfensberger von der Firma John Doe , welche die Spy-Skibrillen in der Schweiz vertreibt, ist oft auf der Skipiste. Dort sieht er immer wieder Wintersportler mit Gläsern, die nicht den Lichtverhältnissen entsprechen. «Gelbe Gläser bei blauem Himmel und starker Sonneneinstrahlung sind keine Seltenheit. Wenn ich das bei Kindern sehe, tun sie mir leid.» Gelbe Gläser sind nämlich nur an nebligen Tagen geeignet (siehe unten).
Auf die Resultate des Tests reagieren die Hersteller unterschiedlich. Die Firma Marcolin, zuständig für die Marke Rod in der Schweiz, hat zum Test keine Stellung genommen.
Bei Alpina und Uvex verweist man auf die – nicht sehr strengen – Gesetze und Normen, die eingehalten würden: Bis 380 Nanometer filtern die Brillen jegliche Strahlung aus. Alpina schreibt aber im Prospekt, der bei jeder Brille mitgeliefert wird: «100 % UV-A-, -B-, -C-Schutz bis 400 Nanometer.» Alpina meint dazu, die entsprechende Norm erlaube eine kleine Toleranz, die bei den betreffenden Brillen nicht überschritten werde. Im saldo-Test gab es aber bei den drei untersuchten Alpina-Skibrillen nur beim teuersten Modell nichts zu bemängeln.
22. Januar 2008 | Beat Camenzind
