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Viele Haarsprays geben der Frisur tatsächlich Halt. Doch der Griff zur Spraydose kann auch Gefahren für die Lunge bergen.
Die gute Nachricht vorweg: Neun der zwölf getesteten Sprays fixieren die Haare «gut» oder «sehr gut». Hingegen enthält die Hälfte der Produkte einen hohen Anteil kleiner Spraypartikel, sogenannter Filmbildner. Sie können sich in der Lunge einlagern und deren Selbstreinigung stören. Zudem hat es in einigen Sprays Spuren bedenklicher Inhaltsstoffe. Der K-Tipp wollte nun wissen, welche Sprays der Frisur über längere Zeit den besten Halt geben und keine Schadstoffe enthalten.
Untersucht wurden häufg verkaufte Sprays: acht mit Treibmitteln (Aerosol) und vier mit Pumpzerstäubern. Alle versprechen mindestens starken Halt. Doch die Bezeichnungen sind verwirrend: Manche Hersteller nennen ihr Produkt «extra strong», andere «ultra strong», und zusätzlich steht 4 oder 5 drauf. Der Anwendungstest bestand aus zwei Teilen: Das Labor hat die Fixierfähigkeit jedes Sprays an zehn Lockenköpfen während acht Stunden in regelmässigen Abständen gemessen und miteinander verglichen. Gleichzeitig wurde die Ergiebigkeit der Sprays ermittelt (siehe unten «So wurde getestet»).
lFixierfähigkeit: Sie nimmt bei allen Testprodukten im Laufe der Zeit ab. Bei einigen jedoch nur wenig. Fünf Produkte erhielten deshalb ein «sehr gut»: Pantene, Nivea, Garnier, Kaloderma und Hair-Culture. Frisuren, die mit dem Testsieger Pantene Pro-V Style besprüht worden waren, wiesen nach acht Stunden noch eine Haltbarkeit von über 90 Prozent auf. Beim Produkt von Rausch lag dieser Wert nur noch bei 78 Prozent.
Am besten schnitt der Pumpspray von Rausch ab, und alle Pumpzerstäuber erhielten eine mindestens «gute» Note.
Karl Klingler, Facharzt am Lungenzentrum Hirslanden in Zürich, warnt vor Haarsprays: «Partikel mit einem Durchmesser von unter 10 Mikrometern kann das Filtersystem der Lunge nicht abfangen. Solche Partikel dringen bis in die Lunge vor. Das kann Entzündungen auslösen und zu Asthma-Erkrankungen führen.» Seiner Ansicht nach dürften Sprays keine Teilchen versprühen, die in die Lunge eindringen können. Die Zahl der Partikel und ihre Grösse seien durch die Technik, mit der der Spray vernebelt wird, beeinflussbar. «Technisch wäre es möglich, dieses Problem zu lösen», sagt der Lungenspezialist.
Klinger rät Personen mit einem Atemwegsproblem, Sprays mit Treibgas zu meiden und Alternativen wie Gels zu verwenden – oder wenigstens Sprays mit Pumpzerstäuber. Diese versprühen gröbere Teilchen, machen das Haar aber in der Regel auch feuchter als der feine Nebel aus der Dose. Wer nicht auf Sprays mit Treibmittel verzichten möchte, sollte so wenig wie möglich davon einatmen, nach dem Sprayen lüften und den Raum verlassen. Inhaltsstoffe: Einige Haarsprays enthalten Duftstoffe mit hohem Allergiepotenzial. Wo Spuren oder grössere Mengen vorhanden sind, gab es Abzüge bei der Note. Die ebenfalls heiklen Weichmacher (Phthalate) steckten jedoch in keinem Produkt.
So wurde getestet
Die Haarsprays wurden vom Labor Eurofins Consumer Product Testing in Hamburg und von der Ingenieur-Gesellschaft Wori GbR im deutschen Bobritzsch (lungengängige Partikel) auf folgende Kriterien geprüft:
10. Oktober 2009 | Susanne Rufer, Redaktion K-Tipp
