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Zwei von zehn getesteten Helmen schützen zu wenig vor Skispitzen und Skistöcken. Zudem sind viele Kinnbänder so widerstandsfähig, dass die Gefahr von Hals- und Nackenverletzungen besteht.
Helme schützen – doch welche sind die sichersten? Der K-Tipp hat zusammen mit der österreichischen Konsumentenorganisation VKI zehn Helme untersuchen lassen. Zum einen gab es einen Praxistest. Zum anderen führte das Labor die Sicherheitstests gemäss den Normanforderungen für Rennskihelme durch (Klasse A) und nicht nach den weniger strengen Vorschriften für Freizeitfahrer (Klasse B). Die Fachleute prüften unter anderem Folgendes:
Zusätzlich testete das Labor, ob sich der Kinnriemen löst, wenn man irgendwo hängen bleibt – zum Beispiel an einem Skiliftbügel (Details siehe unten «So wurde getestet»). Klarer Testsieger ist Giro mit dem Modell G9. Es gehörte bei allen technischen Prüfungen zu den besten.
Dennoch: Die Modelle von Uvex, Alpina und Carrera wären fast gleichauf mit dem G9. In der Handhabung haben die Helme gegenüber dem Giro sogar die Nase vorn. Sie wurden aber abgewertet, weil die Kinnriemen zu robust waren. Das war auch bei drei weiteren Helmen der Fall. Dieses Kriterium wurde in diesem Skihelmtest bewertet, obwohl es nur bei Arbeitsschutzhelmen vorgeschrieben ist. Für diese gilt: Wenn eine Kraft von mehr als 100 Kilo auf den Riemen wirkt, muss das Haltesystem reissen oder sich lösen. Sonst können Hals- und Nackenverletzungen die Folge sein. Im Test hielten einzelne Modelle bis zu 185 Kilo stand.
Schutz vor Skispitzen: Zwei Helme versagten
Helm-Herstellerin Alpina meint dazu: «Wir sind überzeugt, dass die Anforderung für Arbeitsschutzhelme bei Skihelmen eher kontraproduktiv ist.» Die Gefahr, dass sich der Helm beim Sturz vom Kopf löse, sei nämlich grösser als die Möglichkeit, sich zu strangulieren. Gemäss Uvex ist es sogar «unabdingbar, dass der Helm bei jeder Belastung sicher auf dem Kopf bleibt». Zwei Helme schützen nicht ausreichend gegen spitze Gegenstände (Durchstichfestigkeit): R. E. D. Avid und Casco Powder.
Die Firma R. E. D. Europa unterstreicht, dass der Helm Avid «von den autorisierten Prüfstellen zugelassen» sei, nun aber aufgrund des K-Tipp-Resul- tats erneut getetestet werde. Casco International führt ins Feld, dass der «Powder» für Freizeitfahrer gedacht sei, vom K-Tipp aber nach der Norm für Rennskihelme getestet wurde. Doch die Norm für Freizeithelme (Klasse B) ist viel zu schwach: Der B-Test simuliert beim Kriterium der Durchstossfestigkeit einen Schutz gegen Skispitzen bei einem Aufprall von nur 10 km/h. Im K-Tipp-Test wurde die strengere Norm mit 14 km/h angewendet. Im Übrigen sind alle getesteten Helme laut Deklaration «nur» für Freizeitfahrer geeignet. Trotzdem haben acht Helme die Durchstossfestigkeit mit der Bestnote bestanden.
Im wohl wichtigsten Sicherheitskriterium – der Stossdämpfung – wurde die Norm von allen zehn Helmen eingehalten. Allerdings ist auch hier die Norm tief. Getestet wird ein Aufprall mit rund 20 km/h.
So wurde getestet
21. November 2009 | Rolf Muntwyler, Redaktion K-Tipp/Saldo
