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Test | K-Tipp 02/2010

Lippenpomade

Lippenpomaden sollen die Lippen geschmeidig machen. Der Anwendungstest zeigt aber: Neun von zwölf Produkten erfüllen diese Aufgabe nicht gut. Viele enthalten zudem heikle Stoffe.

Kälte, Trockenheit und Sonne setzen den empfindlichen Lippen zu. Sie werden rau, spröde und rissig. Gerade im Winter  benutzen deshalb viele Menschen regelmässig Pomadenstifte. Der K-Tipp und «Kassensturz» wollten wissen, welche der 12 häufig verkauften Produkte die Lippen am besten pflegen und überdies keine bedenklichen Lichtschutzfaktoren (UV-Filter) enthalten (siehe unten).

Testsieger ist der Stift von Labello. Er erhielt als einziger die Schlussnote «gut»: Die Lippenpomade überzeugte beim Anwendungstest und enthält keine unerwünschten UV-Filter. Die Resultate belegen einmal mehr: Gute Qualität muss nicht teuer sein. Mit 41 Rappen pro Gramm gehört er zu den günstigeren Produkten. Ebenfalls gute Noten im Anwendungstest erteilten die Testpersonen Bebe young care und Neutrogena. Als einziger «ungenügend» war der PL3-Stift.

Glatt, geschmeidig, elastisch und gut befeuchtet: so sollten sich die Lippen anfühlen, nachdem sie wiederholt mit Pflegeprodukten eingestrichen wurden. Hauptkriterium im Test war deshalb die Frage, wie gut der Pflegeeffekt nach mehrmaligem Auftragen ist. Absolut überzeugt hat bei diesem Punkt keine Lippenpomade. Vier Produkte erhielten immerhin gute Noten: Labello, Bebe young care, Weleda und Neutrogena. Am wenigsten zufrieden waren die Testpersonen bei diesem Prüfpunkt mit dem Stift von Aldi.

Unangenehm ist, wenn sich die Lippen direkt nach dem Auftragen der Pomade klebrig anfühlen, der Stift einen fettigen Film hinterlässt oder die Lippen gar austrocknet. Zudem sollte die Konsistenz so sein, dass sich das Produkt leicht und gleichmässig verteilen lässt. Die schlechtesten Noten bekam für beide Kriterien der Stift von PL3.

Die Tanner SA, Vertriebsgesellschaft von PL3, ist erstaunt über diese Testergebnisse. PL3 sei seit Jahrzehnten etabliert. Ohne Bedenken anwenden kann man nur fünf der zwölf Pflegestifte. Alle anderen enthalten chemische UV-Filter, von denen einige gemäss den Untersuchungen am Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Zürich nachweislich wie ein Hormon wirken.

In sieben der acht getesteten Stiften fand das Prüflabor solche bedenklichen Substanzen (Benzophenone 3, Octylmethoxycinnamate und Octocrylene). Dies gab Notenabzüge und führte zu schlechteren Gesamturteilen: Neutrogena und Bebe young care sind deshalb nur «genügend» statt «gut», Cover Girl, Lacura, Blistex und The Body Shop gar «ungenügend». Zwar sind diese Filter meist nur in geringen Mengen vorhanden und überschreiten die zugelassene Höchstkonzentration der Kosmetikverordnung nicht.

Trotzdem findet es Toxikologin Margret Schlumpf völlig unnötig, dass pflegende Stifte chemische UV-Filter enthalten. «Der beliebige Einsatz von Substanzen mit hormonartiger Wirkung ist nicht unproblematisch.» Vor allem Schwangere und stillende Mütter sollten laut Schlumpf auf Lippenpflegestifte mit chemischen UV-Filtern verzichten. Die heiklen Stoffe können in die Muttermilch gelangen. In neuen Untersuchungen fand man bei 70 Prozent der Frauen Rückstände von UV-Filtern in der Muttermilch. Ein Sonnenschutz lässt sich auch mit natürlichen Substanzen erzielen, wie das Produkt von Weleda zeigt.


So wurde getestet

Im Auftrag von K-Tipp und «Kassensturz» führte das Institut MM Research Marktfoschung in Stuttgart einen Anwendungstest durch. Das Labor Eurofins Consumer Product in Hamburg untersuchte zudem, ob bedenkliche UV-Filter in den Lippenpomaden stecken.


Anwendungstest

17 Testpersonen hatten die Aufgabe, jedes Produkt während drei Tagen mehrmals zu verwenden und danach zu beurteilen. Die Testpersonen wussten dabei nicht, welches Produkt sie benutzen. Die Probanden beurteilten die Pomaden anhand der Notenskala von 1 (schlecht) bis 6 (sehr gut). Die Note im Anwendungstest entspricht dem Mittelwert der Noten aller Testpersonen.

Beurteilt wurden folgende Kriterien:

  • Befeuchten und fetten die Stifte die Lippen genügend, so dass sie weich und elastisch sind?
  • Fühlen sich die Lippen direkt nach dem Auftragen angenehm an?
  • Wie gefällt die Konsistenz? Wie gut haftet das Produkt, nachdem etwas konsumiert wurde?
  • Sind Geruch und Geschmack angenehm?
  • Wie ist der optische Eindruck nach dem Auftragen?
  • Lässt sich der Stift leicht öffnen, einfach aus der Hülse herausdrehen und wieder schliessen?



UV-Filter


Einige der UV-Filter stehen im Verdacht, auf das Hormonsystem zu wirken, andere können zu allergischen Reaktionen führen. Dennoch sind diese Filter laut Kosmetikverordnung bis zu einer Höchstkonzentration von 10 Prozent des Produktes erlaubt.

24. Januar 2010 | Susanne Rufer, Redaktion K-Tipp


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Balsam für die Lippen – heikle Stoffe inklusive
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Kommentare (1)

 
  • Alfredo | 03.02.2010, 15:03

    Das Wichtigste fehlt!

    Bei diesem Test scheint es sehr pressiert zu haben oder die
    Auftraggeber haben den wichtigsten Teil kuzerhand ausgeblendet?
    Schmerzlich vermisse ich das allerwichtigste Kriterium, nämlich
    die Frage, ob es in den Lippenstiften Mineralölbestandteile drin
    hat oder nicht. Diese Seuche grassiert leider in der ganzen
    Kosmetikindustrie. Dank billigsten Zutaten aus Erdöl wird mit
    schönen Worten und teurer Werbung schamlos Kasse gemacht. Schade
    um die verpasste Gelegenheit zur Aufklärung der Konsumenten. -
    Wer sich genauer informieren will, der lese
    "Kosmetik-Inhaltsstoffe von A bis Z" von H. Knieriemen aus
    dem AT-Verlag.
Lebensmittel
Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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