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Von zehn flüssigen Make-ups bekamen im Test nur drei gute Noten – darunter das günstigste. Drei Produkte enthalten zu viele Schadstoffe.
Ein Make-up soll gut abdecken und lange halten. Wenn es auch noch hautverträglich ist, sich einfach dosieren und auftragen lässt und ohne bedenkliche Inhaltsstoffe auskommt – umso besser. Diese Kriterien liess der K-Tipp prüfen: 55 Frauen verwendeten im Praxistest zehn Make-ups eine Woche lang und bewerteten sie. Zudem untersuchte ein Labor die Produkte auf bedenkliche Inhaltsstoffe (siehe unten «So wurde getestet»).
Getestet wurden flüssige Make-ups mit Sonnenschutzfaktor, darunter Luxusmarken, aber auch Produkte von Grossverteilern. Die Preise: von rund 11 bis 63 Franken für 30 ml. Fazit: Gute Qualität muss nicht teuer sein. Das günstigste Make-up im Test – Manhattan – erhielt die Note 5,1. Es kommt zudem ohne gesundheitsschädliche Stoffe aus. Eine gute Gesamtnote schafften nur noch zwei weitere Produkte. Testsieger wurde Ideal Matte von Estée Lauder. Color Ideal von Lancôme landete auf dem dritten Platz. Die beiden Produkte kosten aber rund fünfmal so viel wie das Make-up von Manhattan.
Erfreulich: Die 55 Probandinnen waren mit den Make-ups insgesamt zufrieden. Alle schnitten im Anwendungstest gut ab. Punkto Deckkraft, Abfärben, Hautverträglichkeit und Haltbarkeit gabs teils nur ein «genügend». Bei den anderen Kriterien hatten die Testpersonen wenig zu bemängeln. Die einzige ungenügende Teilnote erhielt das Make-up von L’Oréal: Es färbte auf die Kleider ab. Die Flecken liessen sich jedoch wieder auswaschen.
Ganz anders sieht es bei den Inhaltsstoffen aus. Nur die Make-ups von Estée Lauder und Manhattan enthalten keine der schädlichen Substanzen. Besonders bedenklich: In den getesteten Make-ups von Nivea und Maybelline fand das Labor Formaldehyd, das Krebs auslösen kann. Nivea äussert sich nicht dazu. L’Oréal, die das Maybelline-Make-up herstellt, lässt verlauten, eigene Tests hätten zu anderen Resultaten geführt.
Auch an Duftstoffen sparen die Hersteller-Firmen nicht: In sechs Produkten stecken Substanzen mit hohem Allergiepotenzial, das L’Oréal-Make-up enthält zusätzlich eine heikle Moschusverbindung. Grundtenor der Hersteller dazu: Die Inhaltsstoffe der Make-ups entsprächen den gesetzlichen Anforderungen und seien sicher. Bei L’Oréal heisst es, ihr Produkt enthalte keine Duftstoffe.
Sechs Make-ups mit bedenklichem Filter
Die Make-ups verfügen alle über einen Sonnenschutzfaktor zwischen 8 und 18. Das soll die Haut auch vor negativen Umwelteinflüssen und vor frühzeitigem Altern schützen. Nur: In sechs Produkten fand das Labor einen chemischen Lichtfilter, der im Verdacht steht, auf das Hormonsystem einzuwirken. Die Hersteller verweisen auch in diesem Punkt auf das Gesetz, das den Einsatz des Stoffes erlaubt.
Die Zeitschrift «Saldo» hat vor rund zwei Jahren (Ausgabe 7/2008) flüssige Make-ups ohne Sonnenschutzfaktor getestet. Vier der Produkte schnitten damals mit der Note «gut» ab.
Tipps: Richtig auftragen und abschminken
So wurde getestet
Der K-Tipp liess Flüssig-Make-ups in der Praxis und im Labor testen.
Praxistest
Die Make-ups wurden im Skin Test Institute von Intercosmetica in Neuenburg zusammen mit Dermlink International in London geprüft. 55 Frauen wendeten die Produkte eine Woche lang an und bewerten sie. Die Kriterien: Entnahme/ Dosierung, Konsistenz, Geruch, Hautverträglichkeit. Weiter prüften die Frauen, wie sich das Make-up auftragen lässt, wie gut es trocknet, ob der Teint gleichmässig wirkt, ob es gut deckt und hält, wie ergiebig es ist und ob es abfärbt.
Labortest
Das Labor Eurofins in Hamburg (D) hat die Produkte auf folgende Stoffe untersucht:
05. April 2010 | Beat Camenzind, Redaktion Online
