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Eine Schutzplatte auf dem Herd von Familie Heijsteeg barst, Scherben flogen durch die Wohnung. Zum Glück ist niemand verletzt worden. Nun reagiert das Versandhaus.
Zuverlässiger Schutz unter diesem Slogan verkauft das Versandhaus Haus und Hobby aus Wollerau SZ Abdeckplatten aus Glas, die Glaskeramik-Kochfelder schützen sollen. Im Zweier-Set kosten die Abdeckplatten 49 Franken. Auch Inge-Marije Heijsteeg aus Birr AG kaufte ein Set, damit sich ihre einjährige Tochter Laura und ihr dreijähriger Sohn Luke nicht die Finger auf dem heissen Kochfeld verbrennen. Doch der Schutz ist alles andere als zuverlässig. "Kürzlich legte mein Vater, nachdem er gekocht hatte, die Abdeckplatten auf den Herd. Dann ging er in den oberen Stock", schildert Inge-Marije Heijsteeg. "Als er wieder herunterkam, lagen überall Scherben - in der Küche, im Wohnzimmer, ja sogar im Keller. Eine Platte ist regelrecht explodiert. Und dabei stand im Katalog, die Platten seien hitzebeständig." "Unsere Werbe-Aussage ist missverständlich", gibt Marc Schildknecht, Geschäftsleiter von Haus und Hobby, zu, "wir wollten eigentlich nur sagen, dass man heisse Töpfe auf die Abdeckplatten stellen könne. Aber wir wollten nicht sagen, dass man die Abdeckplatten auf heisse Kochfelder legen könne." Schildknecht liess nach dem Vorfall in Birr die Platten auf einem heissen Kochfeld testen und musste feststellen: "Sie bersten tatsächlich." Deshalb musste das Versandhaus reagieren. "Wir korrigieren die Werbe-Aussage im Katalog und wir versehen die Abdeckplatten mit einem Warnkleber", sagt Marc Schildknecht. Zudem hat er die 700 Kundinnen und Kunden, die solche Abdeckplatten gekauft haben, schriftlich auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Und er hat ihnen angeboten, die Platten zurückzunehmen. Wenigstens finanziell hat die Geschichte für Inge-Marije Heijsteeg ein Happyend. Das Versandhaus ersetzt den Kaufpreis der Abdeckplatten - und zahlt auch die Reparatur am Kochherd. Dennoch sitzt der Schreck bei ihr tief: "Zum Glück war ich mit den Kindern nicht zu Hause. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sie in der Nähe gespielt hätten."
Marco Diener
12. Januar 2000

