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Artikel | saldo 17/2000

Digitale "Guetzli" wissen mehr

Cookies gehören seit längerer Zeit zum Internet. Trotzdem wissen viele Benutzer nicht, was sich genau hinter diesen Textdateien verbirgt.

Cookies (englsch für Gebäck) sind kleine Textdateien, die entwickelt wurden, um Informationen über das Netzverhalten einzelner User zu speichern. Bietet zum Beispiel Ihre Shopping-Site eine persönliche Einkaufsliste oder werden Sie mit Namen begrüsst, dann sind Cookies im Spiel: Bei einem ersten Besuch werden diese persönlichen Informationen als Cookie auf die Festplatte gespeichert. Beim nächsten Besuch hält der Server dann dank der vom Cookie übertragenen Informationen die wichtigen Daten des Surfers bereit.

War vor einiger Zeit die Aufregung um die Cookies gross, so hört man in letzter Zeit kaum mehr davon. Der negative Beigeschmack hat sich jedoch erhalten. Daher wird oft geraten, beim Surfen die Cookies auszuschalten, was so viel heisst, wie den Browser so einzustellen, dass er den WWW-Seiten nicht erlaubt, ihre Cookies auf die Festplatte zu speichern.

Befolgt man diese Regel, ist oft das Surfvergnügen dahin, und der Besuch sehr vieler Internetseiten scheitert. Entweder die Site funktioniert mangelhaft, oder man wird erst gar nicht eingelassen. Auch wer seinen Browser so einstellt, dass jeweils vor dem Platzieren eines Cookies mit einem aufspringenden Fenster um Erlaubnis gefragt wird, geht bald mit Bleifüssen durchs Netz, denn häufig werden von einer Seite gleich mehrere Cookies gesetzt. Wer unbeschwert surfen will, akzeptiert die Cookies mit einem unguten Gefühl.


Unnötige Angst: Cookies sind keine bösartigen Spione

Entgegen der oft geschürten Angst können Cookies den heimischen PC nicht ausspionieren. Briefe, die Buchhaltung und Ähnliches können nicht eingesehen werden. Cookies können aber so programmiert sein, dass sie jeden Schritt im WWW aufzeichnen und somit Interessen und Präferenzen des Users an ihren Server zurücksenden.

Alarm schlugen die Datenschützer, als die findige US-Firma Double Click (www.doubleclick.com) Cookies einsetzte, um das individuelle Surfverhalten zu speichern und entsprechende Werbebanner anzuzeigen. Die Geschichte ist auf www.getoese. de/index/themen/privacy_cook2.htm nachzulesen.

Der Aufruhr hat sich grösstenteils gelegt, die Vorteile der Cookies - Personalisierung und optimierte Abwicklung von komplexen Abläufen - überwiegen. Cookies, die ausschliesslich diesen Zwecken dienen, werden an den gleichen Server zurückgeschickt, von dem sie platziert wurden. Daher ist die Einstellung im Browser "Nur Cookies akzeptieren, die an den gleichen Server zurückgehen" sinnvoll.

Die Browser speichern Cookies unterschiedlich auf die Festplatte. Netscape speichert alle Cookies in eine Datei, die cookies.txt heisst, und die sich in dem Verzeichnis befindet, in dem auch das Programm selbst installiert worden ist.

Der Internet Explorer reserviert für Cookies ein Verzeichnis gleichen Namens, das standardmässig ein Unterverzeichnis des Windows-Verzeichnisses darstellt. Beide Dateien können manuell gelöscht werden. Ein neuer Besuch auf einem Server, dessen Cookie man zuvor gelöscht hat, wird dann als erstmaliger Besuch gewertet.

Katrin Heggli

25. Oktober 2000


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