|
(0) |
Eigent?mer der "Erika" stehen noch gesalzene Rechnungen ins Haus. Kein Wunder also, dass die Untersuchungsbeh?rden fieberhaft nach dem Schiffseigner suchen.
"Erika"-Eigent?mer: Spuren f?hren in die Schweiz
Keine einfache Sache. Eine internationale Kartei, in der die Schiffe eingetragen sind, gibt es nicht. "Die Tanker sind in dem Land registriert, dessen Flagge sie f?hren", sagt Jean Hulliger, Direktor des Schweizerischen Seeschifffahrtsamtes in Basel. Und das ist im Fall der "Erika" Malta. Dort ist als Eignerin die praktisch konkursite Firma Tevere Shipping eingetragen. Dieses Unternehmen wiederum geh?rt zwei libyschen Firmen.
Noch sind die franz?sischen Untersuchungsbeh?rden nicht an die Hinterm?nner herangekommen. Eine wichtige Spur f?hrt in die Schweiz. Der Grund: Lugano ist der Sitz der Firma Amarship AG. Und das Geld f?r den Transport des ?ls mit der "Erika" hatte der ?lkonzern Totalfina auf das Amar-ship-Konto bei der Schweizer Filiale der Bank Cr?dit Agricole Indosuez in Lugano ?berwiesen.
Staatsanwaltschaft schaltet sich in die Untersuchung ein
Gem?ss den franz?sischen Beh?rden ist weiter die Firma Selmont International mit Sitz auf den Bahamas in den Fall verwickelt. Ob Zufall oder nicht: Bei der Amarship AG sowie bei der Selmont sitzt der Schweizer Peter Bucheli aus H?nenberg ZG im Verwaltungsrat.
Ein verworrenes Firmennetz. Jetzt macht sich auch der Tessiner Staatsanwalt Emanuele Staufer daran, dieses zu entflechten. Er hat von Frankreich ein Rechtshilfegesuch erhalten. Zum Fall selber kann er noch nichts sagen: "Wir stehen ganz am Anfang der Ermittlungen", betont er gegen?ber saldo.
Gespr?chiger ist Peter Bucheli. Er hat allen Grund: Gem?ss der franz?sischen Zeitung "Le Parisien" gilt er als Kronzeuge f?r die Untersuchungsbeh?rden. Bucheli sei, so schrieb das Blatt, kurz nach dem Ungl?ck vor dem Handelsgericht von Dunkerque (F) erschienen und habe sich als Besitzer der "Erika" ausgegeben.
"Stimmt alles nicht", verteidigt sich Bucheli. Er sei noch nie in seinem Leben in Dunkerque gewesen und mit Sicherheit nicht der Besitzer der "Erika". "Die ‹Erika› ist im Besitz der Tevere Shipping und in Malta auch so eingetragen", erkl?rt er. Weder die Selmont International noch die Amarship sei in irgendeiner Weise an der Tevere Shipping beteiligt.
"Wenn ein Schiff zugelassen ist, vermitteln wir es"
Die "Erika"-Havarie scheint Bucheli auch sonst wenig zu beeindrucken: "Wir haben lediglich als Vermittler gewirkt. Das ist alles." Er werde auch in Zukunft 25-j?hrige Schiffe mit tiefen Sicherheitsstandards vermitteln, bekr?ftigt er: "Wir sind Broker, und wenn ein Schiff zugelassen ist, vermitteln wir es."
Catherine Boss
14. Februar 2001
