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Rechnungen h?her als vereinbart, Pfuschereien und zeitraubende Umtriebe – doch ?rger mit schlampigen Handwerkern l?sst sich vermeiden.
Jacqueline Portenier hat sich f?r die Kassensturz-Serie «Profis am Werk» aus ihrem Haus ausgeschlossen. Draussen vor der T?r in K?snacht ZH ruft sie verschiedene Schl?sseldienste an, drinnen wartet die Fernsehequipe auf die Monteure.
Die Arbeitsqualit?t variiert sehr stark: Vorbildlich arbeitet Fritz W?rmli vom Al-W? Schl?sselservice, Z?rich. Anstatt f?r teures Geld das T?rschloss aufzubohren, entscheidet er sich, ums Haus zu laufen, um ein g?nstigeres Fensterschloss zu ?ffnen. Da entdeckt er, dass Kassensturz absichtlich ein Fenster offen gelassen hat; und gelangt so problemlos ins Haus. Macht 105 Franken, inklusive 15 Franken Notfallzuschlag.
Ganz anders Master Key, Z?rich: Kurzerhand bohrt Monteur Christian Schlatter in 90 Sekunden das T?rschloss auf und ersetzt es mit einem Occasionsteil. Verrechnet wird der 80-J?hrigen jedoch ein neues Schloss – dieser lausige Service kostet stolze 312 Franken. Master-Key-Chef Claudio de Maio muss zugeben: «Der Monteur hat nicht im Interesse meiner Firma gehandelt.»
Schlechte Arbeitsqualit?t, hohe Rechnungen: Dar?ber ?rgert sich nicht nur Jacqueline Portenier. «Bei uns melden sich rund 150 Leute pro Jahr, die mit dem Preis-Leistungs-Verh?ltnis nicht zufrieden sind», sagt Hans-Peter In-Albon, Gesch?ftsf?hrer des Verbandes Schweizerischer Elektro-Installationsfirmen. Der Verband pr?ft dann jeweils Rechnungen oder geleistete Arbeiten.
Keine klaren Preisausk?nfte erh?ltlich
Allerdings: Richtpreise, wie sie noch vor 20 Jahren existierten, gibt es im deregulierten Markt nicht mehr. Heute geben die Handwerksverb?nde nur noch Empfehlungen ab: Die Arbeitsstunde eines Elektromonteurs sollte zwischen 70 und 90 Franken kosten, je nach Region. Beim Kundenmaler betr?gt der Ansatz Fr. 71.70. Hinzu kommt – nebst dem Material – oft der Arbeitsweg: Daf?r kann der Maler nochmals st?ndlich Fr. 78.90 verrechnen. Peter Seehafer vom Schweizerischen Maler- und Gipsermeisterverband: «Die Handwerker sollten nur in begr?ndeten Ausnahmef?llen teurer sein.»
Oft erhalten Konsumenten aber keine klaren Preisausk?nfte: Sanit?rinstallateure etwa verlangen laut Branchenverband zwischen 60 und 140 Franken pro Stunde. Das l?sst viel Spielraum offen. Hier einige Tipps, wie Sie sich absichern k?nnen:
- F?r Auftr?ge ab 100 Franken einen Kostenvoranschlag einholen. Diese verbindliche Offerte darf nur mit klarer Begr?ndung um maximal 10 Prozent ?berschritten werden.
- Arbeitsrapporte kontrollieren: stets beachten, ob die vermerkte Arbeitszeit stimmt.
- Probleme gibt es h?ufig beim Bauen: Architekten beschr?nken ihre Haftung in Mustervertr?gen oft auf «verschuldete, fehlerhafte Auftragserf?llung». Das ist kaum zu beweisen: eine Erg?nzung anf?gen, etwa dass ein Zehntel des Honorars bis zur erfolgreichen Bauabnahme zur?ckbehalten werden kann.
Marc Meschenmoser
28. März 2001
