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Als Fussgänger bin ich einiges gewohnt. Ich weiss, dass ich am Zebrastreifen geduldig warten muss. Denn viele Autofahrer halten nicht an, obwohl sie eigentlich müssten. Inzwischen habe ich sie in drei Typen eingeteilt.
Typ 1 fährt mit dem so genannten Tunnelblick. Er schaut stur und konzentriert geradeaus. Was auf dem Trottoir oder in der Querstrasse passiert, geht ihn nichts an.
Typ 2 konzentriert sich nicht auf die Strasse, sondern aufs Gespräch am Natel. Auch er hält vor dem Fussgängerstreifen nicht an.
Typ 3 diskutiert mit der Beifahrerin und vergisst, dass er eigentlich Auto fährt.
Ich hüte mich, vor diesen drei Typen den Fussgängerstreifen zu betreten. Denn Fachleute raten, zuerst Blickkontakt mit dem Autofahrer aufzunehmen. Und erst dann die Strasse zu überqueren.
Neulich begegnete mir Typ 4. Ich schaute ihn an. Er schaute mich an. Alles schien klar. Doch auf einmal besann er sich anders. Er wandte den Kopf nach links und schaute weg. Als ob er mir sagen möchte: «Lieber Fussgänger, leider sehe ich dich gerade nicht. Es ist besser, wenn du den Fussgängerstreifen nicht betrittst. Sonst überfahre ich dich.»
PS. Den Fussgängerstreifen habe ich inzwischen überquert. Es gibt zum Glück auch Autofahrer, die in keine der vier Kategorien passen.
09. Mai 2001
