SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | K-Tipp 16/2000

Unfassbar - aber versicherbar

Tod durch Krankheit ist viel häufiger als Unfalltod

Das Schicksal des Kickboxers Andy Hug hat es gezeigt: Krankheiten können unverhofft zum Tod führen. Familienväter können aber mit einer Versicherung finanziell vorsorgen.

Ernst Meierhofer emeierhofer@k-tip.ch

Der Blick stellte die bange Frage auf der Titelseite: «War Andy Hug gut versichert?»

Die Antwort ist uns der Blick bis heute schuldig geblieben - und auch der K-Tip kann sie nicht geben. Hugs Anwalt René Ernst will dazu keine Angaben machen, um die Privatsphäre der Witwe zu schützen.

Tatsache ist aber: Stirbt der Ernährer einer Familie in seinen besten Lebensjahren, haben viele Witwen ein finanzielles Problem - insbesondere, wenn Kinder da sind und allenfalls noch ein Haus mit Hypotheken.


Nach Unfalltod hat Familie weniger Geldsorgen

Erschwerend kommt eine paradoxe Versicherungssituation dazu. Stirbt nämlich der Familienvater an den Folgen eines Unfalls, kann die Witwe in vielen Fällen dank den Zahlungen der Unfallversicherung dennoch gut leben.

Bei Tod nach einer Krankheit hingegen zahlt die Unfallversicherung nichts, und das finanzielle Desaster ist oft programmiert - trotz AHV und Pensionskasse.

Der Haken: Der Unfalltod ist zwar besser versichert - statistisch gesehen aber weit weniger häufig als der Tod infolge Krankheit.

Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen das. In der Altersgruppe der 35- bis 39-jährigen Männer (Sportler Hug starb mit 36 an Blutkrebs) gab es 1997 insgesamt 391 Todesfälle.

Darunter war allein in 49 Fällen ein Krebsleiden die Ursache, in 56 Fällen versagten Herz oder Kreislauf, in 82 Fällen war es Selbsttötung.

Unfälle jedoch führten bei Männern dieser Altersgruppe nur 59-mal zum Tod, machten also gesamthaft betrachtet nur 15 Prozent aller Sterbefälle aus.

Insgesamt ist bei den 15- bis 64-Jährigen (Männer und Frauen) der Krankheitstod rund 11-mal häufiger als der Tod nach einem Unfall.

Um die Hinterbliebenen finanziell abzusichern, gibt es eine relativ günstige Versicherung: die Todesfallrisiko-Police. Sie zahlt beim Tod der versicherten Person (ungeachtet der Ursache) eine vereinbarte Summe aus (die man versteuern muss). Eine Witwe kann damit beispielsweise die Hypothek reduzieren oder die Ausbildung der Kinder sicherstellen.

Eine solche Risikopolice ist auch nützlich, wenn Geschäftsinhaber den Fortbestand ihres Unternehmens gewährleisten möchten; Selbständigerwerbende können beispielsweise den Geschäftspartner begünstigen. Bei Tod der versicherten Person erhält der Partner das Geld bar auf die Hand. Auch Konkubinatspartner können sich mit einer Risikopolice gegenseitig absichern. In der Regel kann nämlich der Versicherungsnehmer frei bestimmen, wer das Geld nach seinem Tod erhalten soll. Das müssen nicht die gesetzlichen Erben sein.

Die Todesfallrisiko-Versicherung ist eines der vielen Themen im neuen K-Dossier «So sind Sie richtig versichert». Im entsprechenden Kapitel erfahren Sie alles zu dieser Risikoversicherung - insbesondere auch über die Prämien bei den einzelnen Gesellschaften.


Junge Leute brauchen selten Risikoversicherung

Der wichtigste Punkt für den Abschluss ist: Überlegen Sie genau, ob es nötig ist, dass jemand Geld bar auf die Hand erhält, wenn Sie sterben sollten. Bei jungen Leuten ohne Familie, Haus und ohne andere Unterstützungspflichten ist das selten der Fall.

Für junge Leute bedeutet das: Sie sollten im Prinzip auch keine Sparversicherungen abschliessen, die derzeit als so genannte Fondspolicen sehr beliebt sind und von vielen Versicherungsvertretern wortreich angepriesen werden. Denn Sparversicherungen beinhalten in der Regel ein hohes Todesfallkapital - und das brauchen junge Leute nicht.



Neuer Versicherungsratgeber

In der Reihe K-Dossier erscheint Ende Oktober eine vollständig überarbeitete und aktualisierte Neuausgabe des Ratgebers «So sind Sie richtig versichert».

Das Buch behandelt die privaten Risiko- und Lebensversicherungen, die wichtigsten Sachversicherungen (Privathaftpflicht, Hausrat, Auto und Gebäude), dazu Reiseversicherung und Rechtsschutz. Der Ratgeber entstand in Zusammenarbeit mit dem VZ VermögensZentrum, das 41 Prämien- und Leistungstabellen beigesteuert hat.

04. Oktober 2000


Beitrag als PDF
Unfassbar - aber versicherbar
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Verwandtes Buch
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Und wann gehen Sie in Pension? Säule 3a: Risikolos und lukrativ - für die Banken «Ich musste ein sehr hohes Lehrgeld bezahlen»
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten