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Artikel | K-Geld 6/2001

So arbeitet der Fondsmanager des Test-Siegers

Michael Sjöström ist der verantwortliche Fondsmanager des Pictet Global Sector Fund Biotech, des Siegers in unserem Fondstest. K-Geld erklärt, mit welcher Strategie Sjöström den Fonds zum Erfolg geführt hat.

Fondsmanager Michael Sjöström geht bei den Kaufentscheiden für den von ihm aufgebauten Biotech-Fonds nach der Bottom-up-Strategie vor. Konkret bedeutet dies, dass er jedes einzelne Unternehmen auf Herz und Nieren prüft, die Unternehmen besucht und mit Managern und Forschern spricht.

Um die Forschungsansätze und die therapeutischen Chancen der untersuchten Wirkstoffe beurteilen zu können, stützt sich Sjöström auf wissenschaftliche Mitarbeiter und auf zugezogene Experten. Nur wenn der Fondsmanager die konkreten Pläne des Unternehmens wissenschaftlich und wirtschaftlich für Erfolg versprechend hält, investiert er auch.

Manager von Top-down-Fonds orientieren sich in der Regel am Vergleichsindex oder an volkswirtschaftlichen oder branchenbezogenen Analysen. Die Strategie der Bottom-up-Fonds ist anspruchsvoller und aufwändiger. Hier muss das Fondsmanagement detaillierte Kriterien entwickeln, nach denen es die einzelnen Werte beurteilt. Wie laufen nun beim Pictet-Biotech-Fonds, der nach der Bottom-up-Strategie funktioniert, die Anlageentscheide ab?

Michael Sjöström war kürzlich in Zürich und hat dazu vor Anlegern referiert. Der Investitionsprozess setzt sich aus zwei wichtigen Schritten zusammen:

Ideenfindung: Am Anfang steht die Idee. Die Anlageexperten von S.A.M. besuchen Biotech-Unternehmen (pro Jahr kommt es zu rund 1000 Kontakten). Die Spezialisten werten Literatur-, Marktnachrichten, aber auch Marktgerüchte aus und greifen auf das Wissen des wissenschaftlichen Beirates zurück.

Titelauswahlverfahren: In einem zweiten Schritt nehmen die Spezialisten die geschäftlichen, finanziellen und wissenschaftlichen Aspekte der interessanten Unternehmen genauer unter die Lupe.

«Unternehmen, die in die engere Auswahl kommen, müssen mindestens ein Produkt in fortgeschrittener Entwicklungsphase haben und eine starke Patent- und Wettbewerbsposition aufweisen», sagt Sjöström. Ausserdem soll eine gute Finanzlage die Unabhängigkeit von den Finanzmärkten gewährleisten. Aufgrund dieser Analysen und weiterer Bewertungskriterien wie das Verhältnis aus Unternehmenswert und Umsatz sowie die Kurs-Gewinn-Verhältnisse formulieren die Fachleute ein Kursziel und fällen den Anlageentscheid.

Die Entwicklung in der Biotech-Branche sieht Michael Sjöström positiv. Er sagt: «Biotechnologien werden in den nächsten 15 bis 20 Jahren die Hauptquelle für invovative therapeutische Lösungen sein.» Gemäss Sjöström befinden sich derzeit über 300 Medikamente im Endstadium der klinischen Tests. In der vollständigen Entschlüsselung der menschlichen DNA erkennt Sjöström Möglichkeiten für die erfolgreiche Entwicklung neuer Medikamente.

Einziger Wermutstropfen: Die in Amerika für die Zulassung der Medikamente zuständige Food and Drug Administration ist mit ihrer Arbeit im Verzug.

Patrick gut



Die zehn grössten positionen beim pictet global sector fund biotech per 31. 10. 2001

1. Gilead Sciences - 7,1 %

2. Serono - 6,9 %

3. Cephalon - 6,4 %

4. Celgene - 6,2 %

5. Genzyme - 5,5 %

6. Intermune - 4,7 %

7. Genentech - 4,7 %

8. COR Therapeutics - 4,2 %

9. Medimmune - 4,1 %

10. Vertex Pharmaceuticals - 3,8 %



Pictet Global Sector Fund Biotech: 339 Prozent Gewinn seit 1995

Fondsmanager Michael Sjöström leitet den Pictet Biotech Fund seit seinem Start im März 1995. Sjöström wurde in Dänemark geboren und ist in der Schweiz aufgewachsen. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Hochschule St. Gallen und mehrjähriger Tätigkeit bei zwei Schweizer Banken wechselte er 1993 als Pharma-Analyst zum Bankhaus Pictet. Seit 1998 steht ihm der Molekularbiologe Vincent Ossipow als Assistent zur Seite. Im Oktober letzten Jahres machten sich Sjöström und Ossipow selbständig und gründeten die Firma Sectoral Asset Management (S.A.M.). Der Pictet- Biotech-Fonds ist zu mehr als 75 Prozent in nordamerikanischen Firmen investiert. Deshalb haben sich die Fondsmanager im kanadischen Montreal niedergelassen. Von dort aus managen sie weiterhin den Pictet Biotech Fund. Sjöström und Ossipow stehen 6 Mitarbeiter zur Seite. Ausserdem wird das Fondsmanagement durch einen wissenschaftlichen Beirat mit derzeit vier Personen aus der Forschung unterstützt.

Kennzahlen Pictet Global Sector Fund Biotech:

Valor: 891 431

Rechnungswährung: USD

Erstausgabe: 1. März 1995

Performance seit Beginn: 339 %

Performance pro Jahr: 25 %

Fondsvolumen: 2255 Mio. CHF

Fondsmanagement Fee: 1,5 Prozent pro Jahr

Ausgabeaufschlag: 5,00 Prozent

Kurspublikation: NZZ, Cash, FuW, FT

Internet: www.pictet.ch

01. Dezember 2001


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