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Malaria-Medikament schützt auch Last-Minute-Touristen
Wer in die Tropen reist, muss nicht mehr Wochen vorher gegen Malaria vorbeugen. Das neue Medikament Malarone schluckt man erst zwei Tage vor dem Start.
Jetzt können auch Kurzentschlossene nach Indien reisen, ohne auf einen vollwertigen Malariaschutz verzichten zu müssen. Wer bis anhin West-, Ost- und Zentralafrika, Indien, die Salomon-Inseln, Papua-Neuguinea und Teile von Brasilien bereisen wollte, musste bereits eine Woche vor Reisebeginn Medikamente nehmen, um sich vor Malaria zu schützen. Das ist jetzt anders: Die Malarone-Tabletten muss man erst zwei Tage vor der Reise schlucken.
Die IKS hat das Medikament im September auch zur Prophylaxe zugelassen. Vorher war es bei uns lediglich zur Behandlung von Malaria registriert. Malarone braucht man auch weniger lang einzunehmen als Lariam und Mephaquin:
- Malarone:
Beginnen: 2 Tage vor der Reise
Absetzen: 7 Tage nach der Reise
- Lariam und Mephaquin:
Einsetzen: 7 Tage vor der Reise
Absetzen: 28 Tage nach der Reise
Verschiedene klinische Studien belegen, dass Malarone einen umfassenden Schutz vor Malaria bietet: «Malarone verhindert die schwerste und häufigste Form der Malaria zuverlässig, wenn man es korrekt einnimmt», sagt der Arzt Christoph Hatz vom Schweizer Tropeninstitut in Basel. Zudem vernichte das Medikament auch Malariaerreger, die gegen andere Medikamente bereits immun seien.
Allerdings ist noch nicht erwiesen, wie gut verträglich das Mittel ist. Bei Lariam und Mephaquin kann es zu Unruhe, Verwirrtheit, Depressionen und weiteren psychischen Störungen kommen. Die Herstellerfirma wirbt zwar mit dem Argument, dass Malarone weniger psychische Nebenwirkungen verursache. Doch Hatz sagt: «Das kann man erst wissen, nachdem ein Medikament mehrere Jahre im Umlauf war.» Andere Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen gibt es auch bei Malarone.
Das neue Medikament ist zudem teuer: 12 Tabletten kosten 63 Franken. Man muss täglich eine einnehmen. Anders Lariam und Mephaquin: 8 Tabletten kosten nicht mehr als 47 Franken. Diese Präparate brauchen Reisende nur einmal pro Woche zu schlucken.
Christoph Hatz befürchtet, dass Malarone vielen Reisenden zu teuer ist: «Wir üben Druck auf die Herstellerfirma aus, damit sie die Preise senkt.»
(reg)
01. November 2001
