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Die Solothurner Untersuchungsbehörden bestätigen den Verdacht von K-Geld: Der Inhaber der Oltner Investmentfirma Sunvest AG sitzt wegen dringenden Verdachts auf Betrug in Untersuchungshaft.
So schnell können Träume vorbei sein - nicht nur für Anleger, auch für Betrüger. Weil die Investition sich nicht - wie versprochen - verdoppelte, sondern mehr als 95 Prozent einbüsste, wurde es einer Kleinanlegerin zu bunt. Sie wandte sich an K-Geld. K-Geld recherchierte und kam einem Anlagebetrüger auf die Spur. Unter dem Titel «Achtung: Finanzhai auf Kundenjagd» machte K-Geld die Ergebnisse seiner Recherchen in der letzten Ausgabe (Nr. 6/01) publik. Mit Erfolg: Nur wenige Tage später - am 3. Januar 2002 - wanderte der Inhaber der Investmentfirma Sunvest AG in Olten, in Untersuchungshaft.
Und da bleibt er vorerst bis 24. April, weil die Ermittlungen den dringenden Tatverdacht des Betrugs bestätigt haben. Im Zuge der Ermittlungen haben mehrere Hausdurchsuchungen stattgefunden. Die Untersuchungsbehörden konnten auf den Firmenkonti laut offiziellen Angaben von den 2,5 Millionen Franken aus den verkauften Partizipationsscheinen nur noch 35 000 Franken sicherstellen. Es besteht allerdings noch die Möglichkeit, dass ein Teil der Gelder sich bei einem Broker in den USA befindet. Mit einer erneuten Anklageerhebung gegen den Inhaber von Sunvest ist mit grösster Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Die Solothurner Strafuntersuchungsbehörde ermittelt auch gegen den Zürcher Anwalt Andreas Haffter. Dieser wollte gegenüber K-Geld dazu keine Stellung nehmen.
Bereits heute steht fest, dass nur mit einem Teil der Gelder, die Kunden für Partizipationsscheine der Sunvest AG gezahlt hatten, Anlagen getätigt wurden. In welchem Ausmass Gelder abgezweigt wurden, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Der Verdacht, dass die publizierten und weit über dem Nennwert liegenden Kurse der Partizipationsscheine wie auch in früheren Betrugsfall frei erfunden waren, erhärtet sich zusehends. Der Inhaber von Sunvest hat den Anlegern damit sagenhafte Gewinne vorgegaukelt und die Anleger erfolgreich dazu animiert, in seine Firma zu investieren.
Er sieht sich nun ein zweites Mal dem Verdacht gegenüber, seine Firma von Anfang an dazu benutzt zu haben, Kundengelder für firmenfremde Zwecke an Land zu ziehen. Eine geprellte Anlegerin berichtet, dass sie im Juli 2001 - also noch vor dem angeblichen Kurszerfall - einen Verkaufsauftrag für 34 Partizipationsscheine zum damaligen Kurs von 1259 Franken erteilt hat und dass dies trotz vertraglicher Zusicherung die Zahlung nicht geleistet worden sei. Inzwischen haben sich zahlreiche weitere Geschädigte bei K-Geld gemeldet. Alle haben mehrere Partizipationsscheine mit einem Nennwert von 10 Franken zu einem Kurs zwischen 1000 und 1350 Franken gekauft. Im Dezember 2001, kurz vor seiner Inhaftierung, versprach der Sunvest-Inhaber den Anlegern, ihre Papiere zum damals angeblichen Wert von 30 Franken pro Stück zurückzukaufen. Es blieb beim mageren Versprechen.
(rk)
01. Februar 2002