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Artikel | K-Tipp 5/2002

Grössere Beträge im Euro-Land abheben

Bezug am Schweizer Bancomaten lohnt sich nur bis etwa 300 Euro

Die ersten Schweizer Banken stellen ihre Bancomaten für den Bezug von Euros um. Grössere Beträge sollte man aber an Automaten im Euro-Land abheben.

Marco Diener mdiener@ktipp.ch

Bank Coop, Credit Suisse und UBS haben schnell reagiert: Sie haben einen Teil ihrer Bancomaten bereits für den Bezug von Euros umgestellt.

Allerdings haben die drei Banken nicht alle Automaten umgerüstet. Bei der Bank Coop sinds nur gut 10 Prozent, bei der UBS immerhin die Hälfte. Die Credit Suisse wird den Euro-Bezug an weiteren Automaten ermöglichen, sofern die Nachfrage vorhanden ist.

Die Raiffeisenbanken bauen ihre Bancomaten ab kommendem Sommer um. Die Post beginnt damit schon Ende April. Und sie geht einen Schritt weiter als die Banken: Sie stellt gleich alle Automaten um.

Einziger Schönheitsfehler: Vorderhand können nur Kunden der jeweiligen Bank am Bancomaten Euro-Noten beziehen.

Die Banken warten gegenwärtig auf eine neue Bancomaten-Software. Sobald diese installiert ist, sollten EC-Karten- und Postcard-Besitzer Euros auch an den Automaten anderer Geldinstitute beziehen können. «Wir rechnen damit, dass es im ersten Halbjahr 2003 so weit ist», sagt Bank-Coop-Sprecherin Katrin Gröflin.

Von Fremdkunden werden einige Banken dann wohl eine Gebühr verlangen. Heute ist der Euro-Bezug am Bancomaten noch gratis. Der Kurs ist genau gleich wie am Bankschalter.

Nicht alle Banken rüsten um. Die Automaten der Berner Kantonalbank geben vorderhand noch keine Euros aus. Die Migrosbank hat noch nicht entschieden. Immerhin hat sie in zehn Filialen einen Wechsel-Automaten. Wer diesen mit Franken füttert, erhält Euros rund ein halbes Prozent günstiger als am Schalter.

Keine Alternative ist der Euro-Wechsel am Bankschalter im Ausland, wie eine K-Tipp-Stichprobe zeigt. Der K-Tipp fragte bei jeweils zwei Banken in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich nach, wie viel 100 Euro kosten. Die Kurse waren zwar akzeptabel, hinzu kamen aber horrende Kommissionen. Deshalb waren die 100 Euro bei allen acht Banken teurer als zur gleichen Zeit in der Schweiz - im schlechtesten Fall um über zehn Franken.

Günstiger gibts den Euro im Ausland aber am Bancomaten mit der EC-Maestro-Karte oder der Postcard. Wer das Geld dort bezieht, profitiert vom günstigeren Devisenkurs. Allerdings verlangen die Schweizer Geldinstitute, welche die Karten ausgeben, eine Gebühr:

Die Post verlangt Fr. 3.- pro Bezug, die UBS und die grösseren Kantonalbanken Fr. 5.-, die Credit Suisse verrechnet Fr. 4.75 plus 0,25 Prozent des bezogenen Betrags und die Raiffeisenbanken Fr. 4.50 plus 0,5 Prozent.

Konkret heisst das: Für Postkunden lohnt sich der Bezug am Bancomaten im Ausland bereits ab etwa 200 Euro, für Bankkunden erst ab einem Betrag von über 300 Euro.

Verzeichnisse von Bancomat-Standorten im Ausland finden Sie unter www.ktipp.ch/bancomaten

06. März 2002


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