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Jede Sportlerin, jeden Wanderer haben sie schon einmal erwischt: Muskelkater, Krämpfe und Seitenstechen. Doch es gibt Rezepte gegen die unangenehmen Begleiter.
- Blähungen oder eine schwere Mahlzeit vor dem Sport können Seitenstechen hervorrufen. Also: Finger weg von Fettigem, Bohnen und Kohl.
- Starke Bauchmuskeln verhindern Seitenstechen und gehören zum regelmässigen Kräftigungstraining.
- Bei Trainingsbeginn nicht zu schnell laufen. Sonst signalisieren Lunge und Bauchmuskeln: Wir sind überfordert! n Bei Seitenstechen: Langsamer laufen oder aufhören, bis der Schmerz abklingt. Die flache Hand in die schmerzende Stelle hineindrücken. Beim Ausatmen loslassen. Mehrfach wiederholen.
- Krämpfe vermeidet, wer beim Sport viel trinkt. Am besten schon vorher ein Glas zu sich nehmen. Gut geeignet: Wasser, Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertee. Fruchtsaft nur mit Mineralwasser verdünnt trinken. Faustregel. Während des Laufens alle 15 Minuten zwei Deziliter trinken.
- Muskelkater tritt dann auf, wenn der Körper sich an eine neue Belastung noch nicht gewöhnt hat. Für jeden Sport-Anfänger gilt daher: Keinen übertriebenen Ehrgeiz entwickeln!
- Dehnübungen (Stretching) vor und nach dem Training verhindern Muskelkater
- Nach dem Training immer langsam auslaufen. Das ist genauso wichtig wie das Aufwärmen zu Beginn. Bei Zeitmangel lieber das eigentliche Training verkürzen, aber dafür gründlich auslaufen.
- Wenn man die Trainingsintensität steigern will, nicht schneller laufen, sondern länger. So vermeiden Sie plötzliche Überlastungen.
- Nach dem anstrengenden Sport gilt: Energiedepots auffüllen! Eine kohlenhydratreiche Mahlzeit verkürzt die Erholungszeit beträchtlich. Faustregel: Ein Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht innerhalb von ein bis zwei Stunden nach dem Training.
Quellen: Puls-Tipp Dossier, Fritz Bebie: «Fit im Alltag», Verlag Puls Media AG, Zürich 2001, Fr. 25.-.
Erdbeerjoghurt mit und ohne Beeren
Ein Erdbeerjoghurt ist ein Joghurt aus Erdbeeren. So haben wir uns das bisher vorgestellt, und so ist das in der Schweiz auch Gesetz. Das Joghurt darf nicht Erdbeerjoghurt heissen, wenn Geschmack und gesundheitliche Eigenschaften nicht von Erdbeeren kommen (Artikel 20.2c Lebensmittelverordnung).
Das stürzt die Nahrungsmittelkonzerne in ein Dilemma. Denn die Erdbeerproduktion der ganzen Welt würde gerade mal für fünf Prozent des US-Bedarfs an Erdbeergeschmack reichen. Deswegen sind im Joghurt bloss zehn, zwölf Prozent Erdbeeren drin. Entsprechend gering ist der Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen. Für den Geschmack sorgen Aromastoffe aus dem Labor. Ohne die, sagt ein Manager von der Firma Deutsch-Schweizerische Früchteverarbeitung in Konstanz (D), schmecke das «wie eingeschlafene Füsse».
Das bedeutet: Ein solches Produkt dürfte man in der Schweiz heute nicht als Erdbeerjoghurt verkaufen - es wird aber trotzdem gemacht. Die Hersteller verstossen eigentlich permanent gegen Artikel 20.2, Absatz c. Deswegen wird jetzt das Gesetz der Praxis angepasst. Künftig genügt es, den Fruchtanteil im Joghurt anzugeben. Der Geschmack kann ruhig chemisch erzeugt werden, oder mit «natürlichen» Aromen, auch wenn sie aus Schimmelpilzen oder Sägespänen stammen. Die Neuregelung leistet der Verbrauchertäuschung Vorschub. Das bestreiten auch die eidgenössischen Lebensmittelkontrolleure nicht. Doch was sollen sie machen: Die Schweiz muss sich eben anpassen an die weltweit gültigen Normen. Der Ausweg: Die Bio-Joghurts mit der Knospe. Hier sind Aromen verboten, und die Joghurts schmecken trotzdem nach Erdbeeren. Christof Dietler, Geschäftsführer von Bio Suisse, verrät das Rezept: «Man muss bessere, reifere, aromatischere Früchte nehmen - und mehr davon.»
Im Sommer können Erdbeer-Fans die Früchte sogar direkt im Garten pflücken. Dann schmeckts am besten.
01. Juni 2001
