Anzeige:
SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | saldo 8/2002

Handys - Pannenmodell von Nokia

Klein, leicht, schick: Das Modell 8210 von Nokia ist seit zwei Jahren ein Renner. Doch viele dieser Handys sind schon im ersten Betriebsjahr defekt.

Annemarie Monstein nimmt ihr Handy zur Hand, will eine Nummer eintippen, um zu telefonieren. Doch auf dem Display verschwinden die Zahlen. «Dieses Handy bringt mich zur Verzweiflung», stöhnt sie. «Es ist völlig unzuverlässig. Ständig steigt es aus.»

Die Hotelière aus Zürich bringt das Pannen-Handy zurück in den Swisscom-Shop, wo sie es gekauft hat. «Das Problem ist uns bestens bekannt», bestätigt der Händler, «bei diesem Modell ist das Display eine bekannte Schwachstelle.»

Das Modell 8210 kam im Dezember 1999 auf den Markt und entwickelte sich schnell zum Verkaufsschlager. Über eine halbe Million wurden allein in der Schweiz davon verkauft. Lange Zeit war es das kleinste und leichteste Handy, im Preis allerdings eher gewichtig: Bei der Einführung kostete es rund 900, jetzt noch knapp 500 Franken.


Manor: «70 Prozent kamen zur Reparatur zurück»

Annemarie Monstein ist mit ihrem Ärger nicht allein. Daniel Kaeser von der Manor-Direktion: «Das 8210 ist ein Problemkind von Nokia. Wir hatten im letzten Jahr rund 70 Prozent Retouren in Bezug auf die verkauften Artikel.»

Diese Vorwürfe lässt Nokia nicht gelten. Der finnische Handy-Produzent gegenüber Kassensturz: «Die Angaben über eine Ausfallquote von 70 Prozent entbehren jeder Grundlage. Die Zahl der betroffenen Geräte mit Display-Schäden ist gemessen an den jährlichen Verkaufszahlen marginal.»

Wirklich? Die Stuttgarter Computerzeitschrift «Connect» hat letzten Sommer 24 000 Leser zur Betriebssicherheit ihrer Handys befragt. In der Hitliste der Anfälligkeit rangierten auf den ersten vier Plätzen das 9110i, das 7110, das 8850 und das 8210 - alles Modelle von Nokia.

Andere Nokia-Modelle sind zwar zuverlässiger, aber im Vergleich zu Handys anderer Marken immer noch besonders anfällig. Daniel Kaeser: «Letztes Jahr kam jedes dritte Nokia-Handy zurück. Im Schnitt aller Marken ist es aber nur jedes zwanzigste.» Manor zieht jetzt die Konsequenz: Nur noch zwei Nokia-Modelle bleiben im Sortiment, die restlichen lässt Manor auslaufen. Die Warenhauskette will sich nicht länger mit den Qualitätsproblemen von Nokia-Handys herumschlagen.

Praktisch jeder Händler hat seine Probleme mit dem Markt-Leader Nokia. Bei Mobilezone kommen jeden Tag 90 Handys der Serie 8210 zur Reparatur zurück. Daniel Bodmer, Direktor von Phone House, ist über das Pannen-Handy 8210 «doppelt unglücklich»: Zum einen schlagen sich seine Mitarbeiter mit wütenden Kunden herum, zum andern gibt seine Firma eine erweiterte Garantie von drei Jahren. Das geht ins Geld.


Neues Modell 8310: Ganze Lieferung mit Software-Fehler

Annemarie Monstein hat ihr Nokia-Handy nicht mehr reparieren lassen. Stattdessen kaufte sie das Nachfolgemodell 8310, Preis ohne Abo: 690 Franken. Die Freude daran währte nur kurz. «Schon am ersten Tag hatte ich keinen Empfang», sagt sie. «Ich brachte das Handy zum Swisscom-Shop zurück.» Nokia macht geltend, dass der Fehler mit einem Software-Update behoben worden sei. Ob allerdings ein Software-Update die Stimmung der Nokia-Kunden hebt, ist fraglich.

Thomas Vogel



Zuschauerreaktion - "Eine Riesenfrechheit"

Weit über tausend Zuschauer haben Kassensturz ihre Erfahrungen mit Nokia-Handys geschildert. Zum überwiegenden Teil waren sie negativ. Peter Schmid aus Malvaglia TI schreibt: «Ich bin als Arzt im Notfalldienst aufs Handy angewiesen. Mein Nokia 8210 war schon zweimal in Reparatur wegen Display-Schaden. Es ist bereits wieder kaputt.»

«Fast alle in meinem geschäftlichen Umfeld haben dieses 8210 mit dem Display-Schaden», berichtet Ruben Kaiser aus Bern. «Es ist eine Riesenfrechheit, dass die Serie 8210 nicht zurückgerufen wird.» Nokia versprach im Kassensturz, bei Reparaturen nach Ablauf der Garantiezeit kulant zu sein. Dieses Versprechen ist offenbar noch nicht in alle Filialen durchgedrungen. «Nach der Sendung liess ich mein 8210 bei Nokia in Dübendorf reparieren. Von wegen Nokia zeige sich kulant», ärgert sich Marco Gyr aus Dürnten ZH. «Satte 70 Franken musste ich bezahlen.»

24. April 2002


Beitrag als PDF
Handys - Pannenmodell von Nokia
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Mobilfunk
Mobilfunkbetreiber binden ihre Kunden mit dem SIM-Lock bis zu zwei Jahre an sich. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das nervt schon lange. Solche Knebelverträge sollten verboten sein.
Kein Problem. Ich umgehe das, indem ich kein vergünstigtes Handy kaufe.
Alle Umfragen

Testen Sie mit
Testen Sie mit
Wie schnell ist das Handynetz wirklich?
Tests
Tests
Warnlisten
Warnlisten
Merkblätter
Merkblätter
E-Nummern
E-Nummern
Musterbriefe
Musterbriefe
Rechner
Rechner
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Roaming-Kosten
Seit dem 1. Januar 2009 haben Schweizer wegen überrissenen Handy-Gebühren im Ausland

zuviel bezahlt.
Verwandte Artikel
Handys im Bett führen zu Dauermüdigkeit So vermeiden Sie Ärger beim Verlust Ihres Handys Handy-Antennen: Bahnpassagiere unter Dauerbestrahlung
Aktuelle Beratungstexte
An wen soll ich die geforderte Summe überweisen? Haftet die Feuerwehr? Lohn für Probetage? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Reiseportal Lady-Shaver Eiweissbrot Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
22.05.2013, 07:05 | 1 Antworten17 WLAN-Netzwerke in Mietwohnung! 22.05.2013, 07:00 | 1 AntwortenLohnpfändung ohne Ende. Gibt es einen Ausweg? 22.05.2013, 06:42 | 8 AntwortenLeasing ohne Bank / WF Automobile / WF Finanz 18.05.2013, 18:50 | 1 AntwortenProbleme nach der Wurzelbehandlung:Wer weiss Rat?