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Ich esse sehr gerne und viel Lakritze. Kann zu viel Lakritze für den Körper schädlich sein?
Ja, besonders für Herz-Kreislauf-Patienten, Schwangere und Diabetiker. Für den besonderen Geschmack von Lakritze ist der getrocknete Saft der Süssholz-Wurzel verantwortlich. Dieser enthält einen zuckerähnlichen Stoff (Glycyrrhizin), der im Körper zu Glycyrrhizinsäure abgebaut wird. Diese Säure wirkt im Körper ähnlich wie das Hormon Aldosteron. Dieses Hormon beeinflusst den Wasserhaushalt, indem es die Ausscheidung von Kalium und Natrium reguliert: Es reichert sich mehr Natrium im Gewebe an und Kalium geht über den Urin verloren. Dies kann Bluthochdruck, Ödeme, Wasseransammlungen und Muskelschwäche verursachen. Genauso beeinflusst Glycyrrhizin den Mineralstoff-Haushalt. Bei empfindlichen Menschen genügen bereits 100 Milligramm Glycyrrhizin pro Tag, um solche Beschwerden auszulösen. Es gibt zwar Empfehlungen für den Verzehr, oft sogar als Hinweis auf der Packung, aber es fehlen bisher verbindliche gesetzliche Grenzwerte für Glycyrrhizin in Lakritze. Für Risikogruppen wie Herz- und Kreislauf-Patienten, Menschen mit Bluthochdruck, Diabetiker oder Schwangere können deshalb regelmässig 50 Gramm Lakritze pro Tag bereits bedenklich sein. Für gesunde Menschen ist ein gelegentlicher Genuss von Lakritze unproblematisch.
(Bu)
01. August 2001
