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Nach mehreren Dutzend Todesfällen musste Hersteller Bayer das Medikament Lipobay aus dem Verkauf nehmen. Konkurrent MSD wollte mit Zocor ein Stück des Absatzmarktes von Lipobay erobern. Doch jetzt gerät auch dieses Medikament unter Beschuss.
Zocor setzt einen neuen Meilenstein.» In Ärzte-Zeitschriften häufen sich Anzeigen mit diesem Slogan für den Cholesterin-Senker. Zocor-Hersteller MSD will damit in die Marktlücke treten, die das Medikament Lipobay hinterlassen hat. Die Pharmafirma Bayer musste Lipobay im August 2001 vom Markt nehmen. Mehr als 50 Patienten, die Lipobay eingenommen hatten, waren weltweit an Muskelschwäche und Muskelzerfall gestorben.
Mit der Medikamentengruppe der Statine machen Pharmafirmen auch nach dem Lipobay-Skandal gute Geschäfte. Sie senken den Cholesterinspiegel im Blut.
Aber auch Zocor ist nicht harmlos. In den USA warnt MSD seit einigen Wochen davor, das Präparat gemeinsam mit dem Herzmittel Cordarone einzunehmen. Beide Medikamente sind auch in der Schweiz auf dem Markt.
MSD-Sprecher Stefan Wild sagt zwar, dass seine Firma auch mit der Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic im Gespräch sei. Doch er wiegelt ab: Lediglich in neun Fällen sei es weltweit zu Wechselwirkungen zwischen Zocor und Cordarone gekommen, keiner der Betroffenen sei gestorben.
Probleme gibt es auch in der Schweiz. Die Datenbank der Arzneimittelbehörde Swissmedic zeigt: Elf Schweizer klagten nach der Einnahme von Zocor über Muskelschmerzen. Sieben Menschen mussten ins Spital. «Die meisten kombinierten Zocor mit anderen Medikamenten», sagt Swissmedic-Experte Rudolf Stoller. Cordarone taucht in dieser Liste bislang nicht auf. «Aber alle Statine haben ähnliche Probleme», meint Stoller. «In gewissen Situationen sind diese Mittel nicht harmlos.»
(clp)
01. August 2002
