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Ärzte verschreiben älteren Männern immer häufiger Testosteron. Dass es nützt, ist nicht bewiesen. Nun haben US-Behörden eine Studie gestoppt.
Der renommierte amerikanische Altersmediziner John B. McKinlay warnt: «Wir sind dabei, das Östrogendebakel zu wiederholen.» In den USA wurde im Sommer eine grosse Östrogenstudie mit Frauen abgebrochen. Der Grund: Die Hormonpillen schaden Frauen nach den Wechseljahren mehr, als dass sie nützen (siehe Puls-Tipp 9/02).
Nun berichtet die «New York Times», dass die US-Regierung kurz zuvor eine ähnliche Studie zum Hormon Testosteron stoppte. Die Wissenschaftler konnten nicht belegen, wie sie die Testpersonen vor den Risiken schützen. Die Testosteron-Therapie steht nämlich unter Verdacht, Prostatakrebs und Herzattacken zu fördern.
Dennoch verschreiben Ärzte immer häufiger Testosteron: 1997 wurde das Hormon in den USA über 800 000-mal verschrieben, 2001 bereits doppelt so oft. Testosteron lässt in der Pubertät Penis und Hoden wachsen, Haare spriessen und kräftigt die Muskeln. Mit zunehmendem Alter sinkt der Testosteron-Spiegel langsam. Die Hormonersatz-Therapie soll Männer jung, muskulös und potent erhalten. Doch das wurde nie in einer klinischen Studie nachgewiesen.
(sm)
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01. Oktober 2002
