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Artikel | K-Geld 5/2002

Wie riskant sind Schwellenländer-Oblis?

Frage: Ich bin 60 und habe freie Mittel, die ich anlegen will. Kürzlich habe ich gehört, dass Emerging-Markets-Obligationenfonds interessant seien. Wo liegen die Risiken? Wie beurteilen Sie die Höhe meines Aktienanteils?

Antwort: Der Aktienanteil im Portfolio sollte sowohl den Anlagehorizont als auch die Risikobereitschaft des Anlegers widerspiegeln. Zudem müssen die Ziele berücksichtigt werden, in Ihrem Fall der Wunsch nach einem Zusatzeinkommen nach der Pensionierung in fünf Jahren. Deshalb ist Ihr Aktienanteil von rund 30 Prozent sinnvoll.

Die Emerging-Markets-Obligationenfonds legen in Staatsanleihen von Ländern an, die auf der Vorstufe zum Industrieland stehen - vor allem Staaten in Osteuropa, Asien und Lateinamerika. Da sie nicht so kreditwürdig sind wie etwa westeuropäische Staaten, erhält der Anleger für das höhere Risiko entsprechend höhere Zinszahlungen. Was auf den ersten Blick renditeträchtig aussieht, muss jedoch wohl überlegt sein. Fälle, in denen Länder zahlungsunfähig wurden wie zum Beispiel kürzlich Argentinien, führten zu enormen Kursverlusten der jeweiligen Obligationen - bis zum Totalausfall.

Der Anteil solcher Fonds sollte 5 Prozent vom Gesamtdepot nicht überschreiten. Empfehlenswert ist der Fonds von Schroder, der über eine gute Risikostreuung verfügt und seinen Vergleichsindex während der letzten fünf Jahre deutlich schlagen konnte.

Im Falle der europäischen Obligationen steht mit dem ABN Amro Europe Bond Fund ein deutlich besserer Fonds zur Verfügung. Dieser erreichte in den letzten fünf Jahren einen Wertzuwachs von 5,6 Prozent pro Jahr, verglichen mit 3,6 Prozent im CS Bond Euro.

01. Oktober 2002


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