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Die günstigen Türkei-Ferien gehen ins Geld, wenn man mit einem falschen Orientteppich im Gepäck zurückkehrt.
Zu Hause bleiben kostet mehr», bewarb Pickpay-Reisen sein Ferienangebot für die türkische Riviera. Diese Gelegenheit liess sich Renate Stadler (Name geändert) nicht entgehen: Sie buchte eine Woche bei der Direkt Reisen AG in Urdorf ZH, die für den Lebensmittel-Discounter und das Versandhaus Ackermann als Veranstalterin operiert.
Reiseleiter half beim Überreden der Touristen mit
«Es waren traumhafte Ferien», schwärmt die Rentnerin - wäre da nicht der organisierte Ausflug zu den Naturschwimmbädern von Pamukkale gewesen. Mitten in der anatolischen Wüste machte die Gruppe Halt, um eine Teppichfabrik zu besichtigen. Renate Stadler: «Die Verkäufer bearbeiteten uns nach Strich und Faden - sogar der Reiseleiter half mit.» Nach langem Hin und Her liess sich die Touristin überreden und kaufte einen «original türkischen Hereke» für über 7000 Franken. 1500 Franken zahlte sie sofort, für den Rest einigte man sich auf eine Überweisung in Raten.
Doch schon bald kamen der Kundin Zweifel, und zurück in der Schweiz verlangte sie beim Zürcher Auktionshaus Koller eine Expertise. Resultat: Der Teppich stammte nicht aus der Türkei, sondern war eine Imitation aus China. «Das ist die jüngste Masche», so Kollers Teppichexperte Jean-Pierre Dalla Vedova. «Früher wurden neue Teppiche auf alt getrimmt, heute werden sie zu Spottpreisen aus China bezogen.»
Urs Tanner, Geschäftsführer von Direkt Reisen, handelte prompt: «Wir zitierten unsern Vertreter vor Ort und gaben ihm den Tarif klar durch - solche Geschäfte dulden wir nicht.» Zudem wird in den Reiseunterlagen jetzt klar auf das Risiko von Teppichkäufen hingewiesen. Und: Direkt Reisen will Renate Stadler finanziell entgegenkommen.
ro
19. März 2003
