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Artikel | K-Tipp 10/2003

Erst der Schirm macht die Sonne richtig schön

Ob im Garten oder auf dem Balkon: Wer sich draussen aufhalten will, braucht einen Sonnenschirm. Beim Kaufentscheid gilt das Hauptaugenmerk dem richtigen Sockel.

Der billigste Sonnenschirm ist schon f?r wenige Dutzend Franken zu haben, w?hrend das Top-Luxusmodell stolze 2000 Franken kostet. Diese enorme Differenz kommt nicht von ungef?hr: Das Simpelmodell hat eher den Stellenwert eines Spielzeugs; f?r den Kauf des Superschattenspenders ist anderseits schon fast eine seri?se Finanzplanung n?tig. Wer sich im Freien, nicht aber in der prallen Sonne aufhalten will, muss deshalb Bed?rfnisse und Budgetrahmen kennen und aufeinander abstimmen.

Damit ein Sonnenschirm auch bei Wind sicher steht, ben?tigt er einen stabilen Fuss, sagt Pascal Strohl, der bei M?bel Pfister f?r den Einkauf von Gartenm?beln zust?ndig ist. Von Sockeln aus Kunststoff, die mit Wasser oder Sand zu f?llen sind, h?lt er nichts: «Da kann man sich das Geld sparen.» Denn an der Sonne wird der Plastik weich und beginnt an der schw?chsten Stelle – am ?bergang zwischen Bodenteil und Rohr – einzuknicken, begr?ndet er das harte Urteil.

Hingegen macht sich Strohl f?r einen robusten Betonfuss stark, wobei er betont, dass das Metallrohr in den Betonteil eingegossen sein m?sse. «Nur eine solche Verbindung h?lt», weiss er aus Erfahrung. «Das Gewicht ist je nach Gr?sse des Schirms zu w?hlen», sagt er weiter. Einen Preisvorteil gibt es dabei nicht: Die F?sse kosten zwischen 50 und 100 Franken. Etwas teurer sind jene Modelle, die es mit seitlich angebrachten R?dern erleichtern, den schweren Klotz zu man?vrieren.


Je flexibler, desto teurer

Das Gewicht spielt auch bei der Wahl von Mast und Schirm eine zentrale Rolle. «Ein Sonnenschirm macht keine Freude, wenn jene Personen, die ihn bedienen, damit an ihre k?rperlichen Grenzen stossen», bringt es Strohl auf den Punkt. Entsprechend spricht er sich f?r einen Aluminium-Mast aus, was den zus?tzlichen Vorteil hat, korrosionsbest?ndig und damit langlebiger zu sein. Nachteil: der h?here Preis.

Ein geradezu unersch?pfliches Thema ist die Verstellbarkeit von Mast und Schirm. Es gilt die Faustregel, dass jeder Gewinn an Flexibilit?t mit entsprechenden Kosten zu erkaufen ist. Die mit einem Gaslift buchst?blich mit dem kleinen Finger verstellbaren Masten und die einh?ndig in alle erdenklichen Positionen zu bringenden und fixierenden Schirme erf?llen maximale Anspr?che zu h?chsten Kosten. Pascal Strohl sucht deshalb das vern?nftige Kosten-Nutzen-Verh?ltnis und gibt folgende Empfehlung ab: «Einen Schirm, der sich mit einem Flaschenzug leicht hochziehen und verstellen l?sst, halte ich f?r durchaus ideal.» Schliesslich muss der Schattenspender in der Regel ja nicht alle zehn Minuten verstellt werden. Eine Alternative sind jene eher gr?sseren Schirme, die sich mit einer Handkurbel ?ffnen lassen.

Ebenfalls eine Frage der Kosten ist das Schirm-Prinzip (siehe auch Kasten unten). Fachmann Strohl pl?diert dabei f?r die kostspieligere Variante: «Der Freiarmschirm gibt Schatten dort, wo man ihn wirklich ben?tigt, wogegen der Mittelstockschirm mit dem Lauf der Sonne dauernd umgestellt werden muss».



Mittelstock- oder Freiarmschirm

Es gibt zwei grunds?tzlich verschiedene Systeme von Sonnenschirmen:

- Der Mittelstockschirm (kleines Bild) sieht aus wie ein ?berdimensionierter Regenschirm. In der kleinsten Version ist er bereits f?r wenige Dutzend Franken erh?ltlich. Bei diesem Schirm ist darauf zu achten, dass er eine Kippm?glichkeit hat, um auch gegen seitliche Einstrahlung zu sch?tzen. Ein m?glichst breiter Volant unterst?tzt dies zus?tzlich. Vor allem stark gew?lbte und gr?ssere Schirme m?ssen eine L?ftung in Form eines abgedeckten Lochs im Schirmzentrum aufweisen, um ein Umst?lpen schon bei leichtem Wind zu verhindern.

- Bei den Freiarmschirmen sind runde, ovale oder rechteckige Schirme erh?ltlich (siehe grosses Bild). Sie sind in der Regel einiges teurer als Mittelstock-Modelle und eignen sich besonders gut als Schattenspender ?ber Tischen. Weil diese Schirme mehr Stofffl?che und einen l?ngeren Schwenkarm haben, ben?tigen sie gegen das Kippen einen besonders schweren Fuss.

21. Mai 2003 | Georges Müller - gmueller@ktipp.ch


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