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Wer sie hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Vor allem Kinder leiden unter abstehenden Ohren.
Der italienische Radprofi Marco Pantani hat seinen Übernamen den Ohren zu verdanken: Er erhielt von Fans und Medien den Übernamen Elefantino.
Für die Kinderchirurgin Nicola Moser gibt es einen guten Grund für eine Ohrenkorrektur: «Betroffene Kinder werden oft stark gehänselt. Sie leiden darunter. Ich sehe darum einen psychischen Grund für die Operation.» Abstehende Ohren sollten aber nicht vor dem vierten Lebensjahr operiert werden, da sonst eventuell Nachkorrekturen notwendig werden. Danach ist eine Ohrenkorrektur grundsätzlich in jedem Alter möglich. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann der Ohrknorpel aber sehr hart und deshalb schwer formbar sein.
Der Schnitt wird hinter dem Ohr angesetzt
Früher war für eine Ohrenkorrektur ein Spitalaufenthalt notwendig. «Heute kann der Eingriff in der Tageschirurgie ambulant durchgeführt werden», meint die Chirurgin. Die Operation dauert ungefähr eine Stunde. Der Schnitt wird hinter dem Ohr angesetzt, damit die Narbe nicht sichtbar ist. Die Chirurgin legt den Knorpel frei und konstruiert den fehlenden Knick. Sie fixiert die Ohrmuschel an der Knochenhaut des Schädels. Dann muss der Operierte während mindestens vier Wochen einen Druckverband tragen. In der Nacht besteht dieser aus einem Netz über dem Kopf mit Gazebinden hinter dem Ohr. Tagsüber reicht ein gut sitzendes Stirnband.
Eine Ohrenkorrektur gehört nicht zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen. Nur wenn eine Zusatzversicherung besteht, übernehmen die Kassen einen Teil der Kosten, die sehr unterschiedlich ausfallen können.
Übrigens: Auch Marco Pantani hat sich auf diese Saison eine Ohrenkorrektur geleistet. Der Name Elefantino ist ihm aber geblieben.
11. Juni 2003 | Susy Schär
