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Die Tuberkulose zu bekämpfen, war das wichtigste Ziel der Lungenliga vor hundert Jahren. Ein Kampf, der heute wieder aufflammt.
Vor hundert Jahren war die Tuberkulose eine der häufigsten Todesursachen in der Schweiz», weiss Werner Karrer, Chefarzt der Luzerner Höhenklinik Montana. Im Jahr 1903 starben 26 von 10 000 Personen in der Schweiz an Tuberkulose.
Im gleichen Jahr nahm die Vorgängerin der heutigen Lungenliga, die Schweizerische Zentralkommission gegen die Tuberkulose, ihre Arbeit auf. Sie bekämpfte die Krankheit mit den damals möglichen Mitteln: Man suchte die Umgebung nach Streuherden ab und unterstützte betroffene Familien. Die Behandlung in Sanatorien war damals die einzige Erfolg versprechende Therapie. Erst 1948 wurde ein wirksames Antibiotikum gegen Tuberkulose entdeckt.
In den 60er- und 70er-Jahren rückten Lungenkrankheiten wie Asthma, Allergien der Atemwege oder chronische Bronchitis in den Vordergrund. Und heute? «Vor allem die Lungenkrebsrate der Frauen steigt rasant an, weil es immer mehr Raucherinnen gibt», erklärt der Lungenspezialist.
Neuartige Bakterien sind resistent gegen Medikamente
Heute kümmert sich die Lungenliga vor allem um die Betreuung der Patienten, die Vermittlung von Atemhilfsgeräten und die Prävention. Auch das Thema Tuberkulose bleibt aktuell. Durch die Migration haben die Tuberkulosefälle in der Schweiz in den letzten Jahren zugenommen. Weltweit sterben nach wie vor zwei Millionen Menschen jährlich an der Krankheit - neuartige Bakterien sind resistent gegen übliche Medikamente. Deshalb hat die Lungenliga nun im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit ein Kompetenzzentrum zur Behandlung der Tuberkulose eingerichtet.
10. September 2003 | Claudia Steiner
