|
(0) |
Beunruhigende Nachrichten von deutschen Forschern: Folgt nach dem Rinderwahn nun der Fischwahn?
Deutsche Wissenschafter haben bei Lachs, Kugelfisch und anderen Fischarten das Gen für Prion-Protein identifiziert. In veränderter Form gilt dieses als Ursache von tödlichen Gehirnerkrankungen wie Rinderwahnsinn, Scrapie bei Schafen oder der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.
Der Verzehr von BSE-infiziertem Fleisch kann beim Menschen zur Creutzfeldt-Jakob-Krankheit führen. Droht nun dasselbe Szenario beim Konsum von Fisch? Rudolf Hoffmann, Professor für Fischereibiologie an der Universität München, hält das zwar für unwahrscheinlich, weil Mensch und Fisch nicht nahe verwandt sind. Aber der Forscher will das Szenario nicht ausschliessen: «Eine endgültige Aussage erfordert weitere Untersuchungen.»
Produzenten fordern erneut Fischmehl für Wiederkäuer
Auslöser der BSE-Epidemie war die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer. Bis vor wenigen Jahren wurde auch in verschiedenen europäischen Ländern Tiermehl in Lachsfarmen verfüttert. «Hypothetisch hätte sich dort eine Übertragungskette aufbauen können», so Hoffmann. Bis anhin seien aber keine Fische mit Prion-Erkrankungen festgestellt worden.
Seit dem Jahr 2000 besteht ein Verfütterungsverbot von Fleischmehl an Tiere. Fische dürfen allerdings weiter mit Fischmehl gefüttert werden. Produzenten setzen sich jetzt dafür ein, dass Fischmehl wieder als Futter für Wiederkäuer zugelassen wird. Davon hält Hoffmann nichts: «Das muss verboten bleiben, bis mehr Klarheit herrscht.»
jeb.
04. Februar 2004
