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Pillen und Pülverchen helfen nicht gegen überflüssige Kilos. Dies zeigt erneut ein Test der deutschen Zeitschrift «Öko-Test».
Der flotte Werbespruch verspricht viel: «Es ist der stärkste Fatburner der Welt und hat Tausenden von zufriedenen Kunden dazu verholfen, abzunehmen und sich besser und schöner zu fühlen.» Das angebliche Wundermittel heisst «Euro-Stacker» und ist eines der unzähligen Schlankheitsmittel, die in Drogerien, Apotheken und im Internet gegen satte Preise verkauft werden.
Die deutsche Konsumentenzeitschrift «Öko-Test» hat jetzt 34 dieser Produkte getestet. Das vernichtende Urteil: 32 schnitten «mangelhaft» oder sogar «ungenügend» ab. Der Grund: Es existiert kein ausreichender Nachweis, dass sie gegen Übergewicht nützen.
Die «Öko-Test»-Experten betonen: Hersteller solcher Produkte müssen deutlich darauf hinweisen, dass nur derjenige abnimmt, der seinen Lebensstil ändert: das heisst weniger isst und sich mehr bewegt. Schlankheitsmittel können höchstens unterstützend wirken. Doch bei den meisten Produkten fehlt dieser Hinweis. Das kritisiert auch Stoffwechsel-Experte Ulrich Keller, Professor am Universitätsspital Basel: «Schlankheitsmittel wirken höchstens so lange, wie man sie einnimmt. Wer nicht seinen Lebensstil ändert, nimmt danach garantiert wieder zu.»
Einige der Abspeckpillen aus dem Internet enthalten zudem problematische Wirkstoffe wie Ephedrin - auf den Produkten auch als Ma-Huang bezeichnet. In den USA wird Ephedrin für den Tod von rund 100 Menschen verantwortlich gemacht und ist deshalb ab Frühjahr verboten. Der Stoff ist in Schlankmachern wie Euro-Stacker und NutraTrim enthalten. In der Schweiz sind ephedrinhaltige Schlankheitsmittel heute schon verboten.
Experten fordern ein Verbot wegen der Nebenwirkungen
Nur bei den beiden rezeptpflichtigen Medikamenten Xenical und Reductil ist die Wirksamkeit laut «Öko-Test» genügend nachgewiesen. Xenical erhielt dafür von den Experten ein «befriedigend». Es nütze nur im Rahmen einer Diät. Das gilt auch für Reductil, das sie aber nur mit «ausreichend» bewerteten, weil es massive Nebenwirkungen haben kann: Herz-Kreislauf-Probleme, Verstopfung, Übelkeit, Schwindel und Schlaflosigkeit. Experten der deutschen Fachzeitschrift «Arznei-Telegramm» forderten wegen der gefährlichen Nebenwirkungen sogar, dass das Medikament vom Markt genommen wird.
«Es gibt kein Patentrezept, um abzunehmen»
Für Corinne Mury-Spahr von der Kantonalen Ernährungsberatung Bern im Ausbildungszentrum Insel ist klar, dass Abspeckpillen nicht die Lösung sind: «Es gibt kein einfaches Patentrezept, um schnell abzunehmen.»
Was «Schlankmacher» taugen
Diese Produkte sind in der Schweiz in Drogerien, Apotheken oder ausschliesslich übers Internet erhältlich. Das Urteil der «Öko-Test»-Experten:
befriedigend
- Xenical (rezeptpflichtig, Fr. 69.50)
ausreichend
- Reductil (rezeptpflichtig, Fr. 138.-)
mangelhaft
- Formoline L112 Tabletten (Fr. 44.90)
ungenügend
- Biofax Pflanzliche Entwässerungs-Kapseln (Fr. 28.80)
- BMI 23 Mikro-Schlank-Kristalle (Fr. 59.-)
- Chitosan Kapseln (Fr. 29.80)
- DHEA-25 Jarrow Formulas (Fr. 34.40)
- Easy Slim (Fr. 74.-)
- Euro-Stacker 2 (Fr. 52.-)
- Euro-Stacker 4 (Fr. 59.-)
- Kilo Nit Schlankheitstropfen (Fr. 23.90)
- Kohl-Suppen-Kapseln (Fr. 58.50)
- NutraTrim Weight Loss 2, Carbo-Blocker und Slimming Creme (Fr. 88.50)
- Peeroton Perfect Body Day/Night (Fr. 75.-)
- Sanhelios Topinambur Kautabletten (Fr. 29.80)
Quelle: «Öko-Test», Ausgabe 2/2004, unter www. oekotest.de oder Tel. 0049 69 365 06 26 26 zu bestellen für o 3.50 plus Versandkosten.
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17. März 2004 | Sonja Marti - smarti@pulstipp.ch
