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Besitzer einer Mastercard von Viseca -aufgepasst: Wer die Rechnung zu spät bezahlt, muss neben hohen Verzugszinsen auch noch Bearbeitungsgebühren entrichten.
Postfinance-Kunde W. S. aus A. wusste, dass er mit der Bezahlung seiner Mastercard-Rechnung einen Monat im Rückstand war. Doch als er dafür von der Viseca - Herausgeberin seiner Postfinance-Mastercard - die Rechnung präsentiert erhielt, konnte er es kaum fassen: Die Viseca verlangte nämlich 14 Prozent Verzugszins sowie 20 Franken Bearbeitungsgebühr. «Ich verstehe nicht», sagt S., «warum die Viseca einen derart hohen Zins belastet und zusätzlich noch eine Bearbeitungsgebühr.»
«Die Bearbeitungsgebühr ist für den Mahnaufwand», sagt Karin Wüthrich von der Viseca. Die Firma gibt auch die Kreditkarten von Kantonal- und Raiffeisenbanken, von Regionalbanken, Bank Coop und Migrosbank heraus. Wüthrich weiter: «Es ist durchaus marktüblich, dass Verzugszins und Mahngebühr verrechnet werden.»
Das stimmt allerdings nicht, wie Recherchen von K-Geld ergaben. Das UBS-Card-Center verlangt zwar einen Verzugszins von 15 Prozent, aber keine Bearbeitungsgebühr. Bei Swisscard, die unter anderem die Credit-Suisse-Kreditkarten herausgibt, müssen säumige Zahler zwischen 9,9 und 15 Prozent Zins zahlen. Eine Bearbeitungsgebühr ist zwar in den allgemeinen Geschäftsbedingungen vorgesehen, wird aber gegenwärtig nicht erhoben.
Mit ihrer Praxis bewegt sich die Viseca an der Grenze zum Wucher. Karin Wüthrich verteidigt das Vorgehen der Kreditkarten-Herausgeberin: «Wir wollen die Kosten für den Mahnaufwand nicht auf alle Karteninhaber überwälzen, indem wir beispielsweise die Jahresgebühr erhöhen.»
31. März 2004 | Marco Diener
