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Artikel | Haus & Garten 3/2004

17 Tipps - damit im Bett gar nichts mehr läuft

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich und den Partner um die Lust auf Sex zu bringen. SPEZIAL stellt 17 Lustkiller vor.

Das Natel klingelt, die Ex ist dran
Tolle Sache, so ein Handy. Jeder ist erreichbar. Immer und überall. Es könnte ja der Chef anrufen. Oder die Ex. Auch beim Sex. Wie das endet, bedarf keiner zusätzlichen Worte. Deshalb: rechtzeitig ausschalten.

Film ist Film, Realität ist anders
Die Menschen sind alle schön, und sie paaren sich wie die Kaninchen. Aber nur im Film. Das richtige Leben sieht manchmal ein bisschen anders aus. Wenn das nicht klar ist, gibts Probleme. Deshalb: realistisch bleiben.

Der kleine Historiker
«Früher hast du doch...» Vielen Menschen sind diese Worte sattsam bekannt. Nur: Früher war früher, heute ist heute. Beide Partner haben sich verändert, entwickelt, kennen neue Bedürfnisse. Deshalb: vorbei ist vorbei.

Sie will, er nicht, oder umgekehrt
Er möchte kuscheln, sie möchte Sex. Einmal mehr. Sie möchte darüber reden, warum er jetzt schon wieder nicht will, er möchte schlafen. Sie wird sauer, sie bekommen Streit. Wie immer. Deshalb: im Bett nicht diskutieren.
Der Dauergast im Ehebett
Das Kind schreit wie am Spiess. Die Lösung: Das Kind darf ins Ehebett. Doch irgendwann beginnt der kleine Dauergast zu stören. Spätestens beim Sex. Deshalb: den Gast rauswerfen. Oder: selber ins Kinderzimmer zügeln.

Achtung, fertig, los
Die Kinder sind bei Freunden. Endlich haben Mami und Papi Zeit füreinander. Und die muss genutzt sein. Achtung, fertig, los! Doch so ist der Stress noch grösser. Und die Lust dahin. Deshalb: Kinder öfters weggeben.
Sie schuftet, er will ins Bett
Sie arbeitet, sie macht den Haushalt, sie schaut zu den Kindern. Und er will Sex. Doch was zu viel ist, ist zu viel. Deshalb: mithelfen, liebe Männer, dann geht manches leichter.

Wer doppelt sieht, ist schlecht im Bett
Der Abend war fröhlich, ja sogar feucht-fröhlich; die Hochstimmung will nicht vergehen. Doch kaum liegt man im Bett, läuft gar nichts mehr. Deshalb: Wer Sex will, trinkt nicht zu viel.

Wände voller Kurvenstars
Der Abend war wunderbar. Sollen sie zu ihr? Oder zu ihm? Besser zu ihm. Und dann dieses Zimmer. Volltapeziert mit Kurvenstars: von Aguilera bis Zeta-Jones. Deshalb: weg mit den Pubertätsträumen.
Bettsocken und Zipfelmützen
Kalte Füsse? Eine Erkältung im Anzug? Kein Problem. Dafür gibts Zipfelmütze und Bettsocken. Aber leider keinen Sex. Deshalb: sich rechtzeitig fürs eine oder andere entscheiden.

Nur noch schnell das Tor von Chappi
Er möchte nur noch rasch das Tor von Chapuisat in der Aufzeichnung sehen. Ihr dauert das zu lange. Sie geht zu Bett. Und irgendwann gegen Mitternacht, wenn im Fernsehen nichts Gescheites mehr kommt, geht auch er zu Bett. Und wundert sich, dass sie schon schläft. Deshalb: Fussball oder Sex, nicht beides.

Playstation statt Liebesspiel
Manchmal ist anderes wichtiger. Zum Beispiel die Modelleisenbahn. Das Briefmarkenalbum. Oder die Playstation. Die Stunden vergehen wie im Flug. Und beim Partner auch die Lust. Deshalb: alles zu seiner Zeit.

Keine Lust auf Käse
Unter den Armen riecht er wie ein Akkordmaurer. An den Füssen wie ein Gorgonzola. Und sie hat keine Lust mehr. Weder auf Käse noch auf Sex. Deshalb: waschen, waschen, waschen.

Es war schon immer so
Während Jahren das gleiche Spiel: Fernsehen, Zähne putzen, Missionarsstellung. Irgendwann hat mans gesehen. Deshalb: Abwechslung macht das Liebesleben süss.
Kein Erfolg beim Auswärtsspiel
«Ich verzeihe dir den Seitensprung.» Das klingt gut, ist aber schwierig. Denn immer bleiben Verletzungen zurück. Ständig kreisen die Gedanken ums Unfassbare. Deshalb: vor dem Seitensprung denken, nicht erst danach.

Gähnende Leere im Portemonnaie
Er kauft einen Heckspoiler, sie einen Ledermantel. Doch für beides ist das Geld zu knapp. Es gibt Streit. Immer wieder. Die Geldprobleme überschatten alles. Auch die Lust. Deshalb: reden, bevor das Geld weg ist.

«Ch-pff, ch-pff, ch-pff»
Er schnarcht, dass die Wände zittern. Sie versuchts mit einer zärtlichen Berührung. Dann mit bösen Worten. Schliesslich mit einem Ellbogencheck. Antörnend ist das nicht. Deshalb: Nasenpflaster ankleben.



Medis: Da vergeht einem die Lust

Auch Medikamente können als Lustkiller wirken. Allerdings stellt sich - zum Beispiel bei Depressionen - die Frage, ob das Medikament oder die Krankheit den Libidoverlust verursacht.

Markus Fritz, Leiter der Schweizerischen Medikamenten-Informationsstelle, empfiehlt: «Besprechen Sie das Problem der fehlenden Lust mit dem Arzt. Ein Unterbruch der Therapie oder das Ausweichen auf eine andere Produktegruppe gibt einen ersten Hinweis, ob es am Medikament liegt.»

Wenn sich dieser Versuch positiv auswirkt, ist jedoch noch nichts bewiesen. Der Patient sollte das verdächtige Produkt erneut verwenden: «Geht die Lust abermals verloren, ist wohl tatsächlich das Medikament schuld.»

Bei diesen Beschwerden können Medikamente die Lust am Sex vermiesen:
Hoher Blutdruck: So genannte Betablocker (zum Beispiel Tenormin oder Atenolol Mepha) vermögen die Libido negativ zu beeinflussen. ACE-Hemmer (Reniten) oder Diuretica (Hygroton) können gar zu Impotenz führen.

Depression: Serotonin-Aufnahmehemmer (Fluctine, Zoloft oder Deroxat) können die Lust beeinträchtigen und Erektionen erschweren.

Hohes Cholesterin: Cholesterinsenker (Sortis) sind in seltenen Fällen Ursache für Impotenz.

Prostata: Der Wirkstoff Finasterid hilft bei gewissen Prostatabeschwerden und lässt sogar Haare wieder wachsen. Er schwächt aber auch die Libido.

Hormone: Auch Antibaby-Pillen (Diane35) oder Mittel gegen Wechseljahrbeschwerden (Premarin) können Lustkiller sein.

30. Juni 2004 | MARCO DIENER


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