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Artikel | Gesundheits-Tipp 10/2004

Impfen: Entscheiden Sie selbst!

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln steht seit langem in Verdacht, bei Kindern Verhaltensstörungen oder gar Autismus auszulösen. Eine neue und grosse Studie im Fachblatt «Lancet» kommt zwar erneut zum Schluss, dass es dafür keinen Beweis gibt. Doch die Kritiker sind nicht verstummt, denn frühere Untersuchungen haben auf einen Zusammenhang hingewiesen. Auch bei Hepatitis B befürchten Kritiker, der Impfstoff könne in seltenen Fällen Multiple Sklerose auslösen.

Fachleute streiten sich noch immer über Nutzen und Risiken der Impfung gegen verschiedene Kinderkrankheiten. Nicht nur wegen der Nebenwirkungen oder Impfschäden. Es ist auch umstritten, ob man bereits Kleinkinder impfen soll, wie es das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt. Kritische Ärzte raten, Kinder erst vor der Pubertät zu impfen. Kein Wunder, sind viele Eltern verunsichert. Das BAG schlägt die Bedenken in den Wind: Es will, dass Kinderärzte ihre kleinen Patienten über 20-mal impfen, gegen 10 verschiedene Keime. Neu sollen sich Jugendliche auch gegen die harmlosen Windpocken impfen lassen.

Um das umstrittene Impfprogramm durchzusetzen, zögern die Behörden nicht, Ängste zu schüren. Beispiel: Als im vorletzten Frühling im Wallis 50 Menschen an Masern erkrankten, sprach das BAG von einer «grassierenden Epidemie». Das BAG erhebt auch gerne den Drohfinger: Wer seine Kinder nicht oder erst später impfen lässt, wird als «impfmüde» tituliert und hat eine schlechte «Impfmoral». Wer seine Kinder hingegen impft, zeigt eine grosse «Impfsolidarität».

Für Eltern ist es nicht einfach zu entscheiden in diesem emotional geführten Streit zwischen Behörden und Kritikern. Zudem: Den absoluten Schutz vor Infektionskrankheiten gibt es nicht. Eltern sollten sich informieren. Damit sie wissen, warum und wann sie ihre Kinder impfen lassen wollen. Der Pulstipp hat Empfehlungen auf Seite 6 zusammengetragen und gibt Tipps rund um das Impfen. Damit Eltern selbst entscheiden können - und es nicht einfach der Kinderarzt für sie tut.

Tobias Frey

13. Oktober 2004


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Kommentare (1)

 
  • Gast3333 | 25.03.2009, 15:17

    Impfen

    Inzwischen zählen wir das Jahr 2008 und die Schweiz hat sich den
    zweifelhaften Ruf erworben, Ansteckungsherd für Masern zu sein,
    da hier nicht flächendeckend geimpft wird. Alternative Panikmache
    führen noch heute dazu, dass Menschen ihr Leben riskieren, weil
    nicht geimpft wird. Meine Frau hat Lupus und ist in Kontakt gekommen
    mit Kindern, die angesteckt, nicht geimpft und unverantwortungslos in
    den Kindergarten geschickt worden sind. Was jetzt passieren wird
    wissen wir nicht, auch unsere Ärzte nicht. Ein Termin mit einem
    Spezialisten steht an. Ich und meine 4 jährige Tochter hoffen,
    dass meine Frau in 2-3 Wochen noch am Leben sein wird. Sie fragen nach
    dem Nutzen der Impfung? Wenn Sie oder Ihre Angehörigen von diesem
    Problem betroffen wären, würden sie einen solchen Bericht
    nicht mehr schreiben.
    Ich würde diesen Artikel hier möglichst schnell aus dem Netz
    entfernen.
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