|
(0) |
Oft ist Lichtmangel die Ursache von Schlafproblemen und Müdigkeit im Winter. Das Problem lässt sich leicht beheben - auch bei trübem Wetter.
Viele Menschen haben im Winter mit Müdigkeit zu kämpfen. Der Grund ist oft Lichtmangel - sagt Anna Wirz-Justice, Professorin an der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel.
Denn Licht und Dunkelheit bestimmen darüber, ob wir müde oder wach sind. Wenn es dunkel wird, produziert der Körper das Hormon Melatonin. Das lässt uns müde werden. Dieser Mechanismus funktioniert aber nur dann richtig, wenn das Auge zuvor genügend Licht aufgenommen hat.
Im Winter tanken viele Menschen zu wenig Licht, weil sie zu viel in der Stube hocken. In Innenräumen erreicht das Licht meist nur 100 bis 300 Lux. Draussen jedoch ist es selbst an einem trüben Wintertag bis zu 3000 Lux stark. Bei Sonne erreicht es Werte bis 10 000 Lux.
Deshalb empfiehlt Wirz-Justice, auch bei schlechtem Wetter jeden Tag mindestens eine halbe Stunde nach draussen zu gehen. Das bringe die innere Uhr wieder ins Lot: Man schlafe nachts besser und sei tagsüber weniger müde. Wenn die Schlafprobleme andauern, sollte man aber einen Arzt aufsuchen.
Wirz-Justice: «Die beste Zeit, um Licht zu tanken, ist der Morgen.» Dann reagiere man am stärksten auf das Licht. Aber auch gegen Mittag sei noch gut. Falls die Arbeitszeiten das verunmöglichen, gibt es eine Alternative: Eine therapeutische Lampe mit 5000 bis 10 000 Lux. Wer zum Beispiel bei dem hellen Licht der Lampe frühstückt, kommt besser auf Touren.
(sm)
10. November 2004
