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Der verliebte junge Mann war wild entschlossen, für seinen Schatz die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Die Freundin hatte sich einen teuren Silberfuchs gekauft, fand ihn aber bald nicht mehr so toll. Der Pelz setzte sie zu üppig ins Bild. Also ging ihr Held beherzt in das vornehme Pelzgeschäft, legte den Silberfuchs auf den Ladentisch und forderte das Geld zurück.
Die Szene kam der Geschäftsinhaberin ungelegen. Sie war gerade mit nobler Kundschaft beschäftigt. Diskret deutete sie dem jungen Mann an, sie sei zur Rücknahme weder verpflichtet noch bereit. «Sie irren, Madame», brauste dieser auf und pochte auf sein vermeintliches Rücktrittsrecht.
Die Diskussion eskalierte: Der forsche Kunde beeindruckte mit seiner Palette an Kraftausdrücken - die Geschäftsführerin verlor zunehmend die Fassung und blieb ihm nichts schuldig. Die noble Kundin hingegen setzte eine säuerliche Miene auf und schickte sich an, den Laden zu verlassen. Um das zu verhindern, legte die Chefin entnervt das Geld auf den Tisch. Der junge Mann verliess den Laden mit hohlem Kreuz und dickem Portemonnaie.
«Ich hatte doch Recht?», wollte er im Nachhinein von mir wissen. Nein, ich hätte ihn enttäuschen müssen. Der Laden war rechtlich nicht verpflichtet, den Pelz zurückzunehmen. Ein Glück, hatte sich der forsche Mann nicht vorher an die Rechtsberatung gewandt. So siegte für einmal der Mut über das Recht.
Um die verdiente Anerkennung wurde der Kavalier übrigens geprellt: Seine Flamme hat inzwischen nicht nur den Pelz, sondern auch den Freund gewechselt.
10. November 2004 | Hans Ruedi Schmid, saldo-Rechtsberater
