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Schwarze Unterwäsche galt lange als Risikofaktor für empfindliche Haut. saldo testete 24 Slips - mit erfreulichem Resultat: Es fanden sich keine allergenen Farbstoffe.
Unterwäsche aus Baumwolle gilt schon fast als antiquiert, denn Mann und Frau tragen heute häufiger Kunstfasern. Ob Meryl, Tactel, Viskose oder Polyamid: Die modernen Materialien versprechen hohen Tragkomfort. Sie sind in klassischem Weiss erhältlich, aber auch farbig und in Schwarz.
Öko-Tex-Standard schliesst insgesamt 21 Farbstoffe aus
In den letzten Jahren zeigten chemische Analysen, dass vor allem dunkle Unterwäsche allergene Substanzen enthält. Besonders problematisch sind bestimmte Dispersionsfarbstoffe. Neun von ihnen dürfen in der Europäischen Union inzwischen nicht mehr eingesetzt werden (Blue 1, Blue 3, Blue 35, Blue 106, Blue 124, Yellow 3, Orange 3, Orange 37/76 und Red 1). Der strengere Öko-Tex-Standard 100 schliesst sogar 21 allergene Dispersionsfarbstoffe aus.
saldo wollte wissen, ob Unterwäsche heute unbedenklich ist, und liess 24 Damen- und Herrenslips im Labor CTL in Bielefeld (D) auf die 21 problematischen Farbstoffe untersuchen - darunter auch Produkte von renommierten Herstellern wie Calida, Passionata und Triumph.
Alle Wäscheteile bestanden aus Kunstfasern und waren von dunkler Farbe. Die Preise für die Slips variierten zwischen 10 und 40 Franken - sie wurden unter anderem in Portugal, China, Taiwan und Thailand gefertigt. «Vor allem in den asiatischen Ländern ist das Bewusstsein für die Farbstoffproblematik noch nicht sehr ausgeprägt», sagt Rainer Weckmann vom deutschen Textilforschungszentrum Hohensteiner Institute.
Umso erfreulicher das Ergebnis des saldo-Tests: Das beauftragte Labor wies in keinem einzigen der Wäschestücke allergene Dispersionsfarbstoffe nach. «Eine positive Überraschung», kommentiert Testleiter Helmut Meyer das Ergebnis.
Untersuchung von «Öko-Test» bestätigt gute Resultate
Vor fünf Jahren sahen solche Untersuchungsresultate noch ganz anders aus: Das Kantonale Labor Basel prüfte damals 21 Textilien und fand in 8 von ihnen allergene Dispersionsfarbstoffe. Und bei einer Untersuchung der deutschen Konsumentenzeitschrift «Öko-Test» war ebenfalls ein Drittel von 31 Wäschestücken belastet.
Eine aktuelle Analyse der deutschen Konsumentenschützer belegt inzwischen, dass das erfreuliche saldo-Resultat kein Zufall ist. Von 25 Wäscheteilen, die «Öko-Test» analysieren liess, war lediglich eines mit den problematischen Stoffen eingefärbt worden.
Strengere Produktionsvorgaben fassen Fuss
«Die Hersteller haben offensichtlich dazugelernt», sagt Christopher Hohl vom Kantonalen Labor Basel. Er glaubt, dass die Firmen durch die zahlreichen Untersuchungen sensibilisiert wurden. Einen positiven Einfluss hat wohl auch der Öko-Tex-Standard 100: «Wenn einige Hersteller freiwillig strengere Vorgaben einhalten, können die Konkurrenten nicht mehr abseits stehen», so Experte Helmut Meyer.
Details zu sämtlichen Textilien, die saldo untersuchen liess, finden Sie unter www.konsuminfo.ch
Auf Nummer sicher gehen
Synthetische Fasern, insbesondere Polyester, lassen sich nur durch Dispersionsfarbstoffe einfärben. Um ein sattes Schwarz herzustellen, werden bis zu neun Farbtöne miteinander gemischt. Aber auch für rote oder blaue Textilien verwenden die Färbereien keine reinen Farben, sondern meist Mischungen aus drei bis vier verschiedenen Tönen.
Textilien, die aus unterschiedlichen Fasern bestehen, müssen mit sehr viel verschiedenen Farbstoffen eingefärbt werden, um optisch ein einheitliches Resultat zu erzielen. Damit steigt auch das Risiko von Hautreizungen.
Wer empfindlich ist, sollte auf Gewebe verzichten, die den Reinigungshinweis «separat waschen» oder «Farbe blutet aus» tragen, und sich für helle Unterwäsche entscheiden.
So oder so: Textilien sollten immer vor dem ersten Tragen gewaschen werden.
16. Februar 2005 | Sigrid Cariola
