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Vergleichen lohnt sich: Bei Flugbuchungsmaschinen zeigten sich in einer Spezial-Stichprobe Preisunterschiede von bis zu 197 Prozent für ein Ticket.
Wer übers Internet einen Flug buchen will, kann das bei der Website einer bestimmten Airline tun, aber auch über eine der zahlreichen Flugbuchungsmaschinen. Diese Portale durchsuchen die Angebote verschiedener Fluggesellschaften und listen diese nach Preis sortiert auf.
SPEZIAL hat zwölf Anbieter ausgewählt und an zwei verschiedenen Daten eine Stichprobe mit sechs Destinationen durchgeführt.
Fazit: Preise vergleichen lohnt sich. Die grössten Preisunterschiede gab es beim Flug Zürich-Wien retour. Mitte Dezember 2004 kostete das günstigste Ticket bei Statravel.ch Fr. 155.-, bei Expedia.de kam derselbe Flug auf Fr. 356.70 zu stehen.
Beim zweiten Vergleich Anfang März war Flug.de mit Fr. 134.- am billigsten und wiederum Expedia.de mit Fr. 394.- am teuersten. Das ist ein Unterschied von 197 Prozent.
Nicht für alle Destinationen in der Stichprobe waren die Preisunterschiede derart gigantisch. Bei den Kurzstrecken (London, Wien, Berlin) lag der durchschnittliche Unterschied etwa bei 30 Prozent, bei den Interkontinental-Flügen (New York, Singapur, Hongkong) bei rund 20 Prozent.
Im Schnitt am billigsten waren vier Anbieter
Im Durchschnitt die günstigsten Preise offerierten die Anbieter Ebookers.de, Flug.de, Kuoni.ch und Statravel.ch. Am teuersten und in diesem Kriterium ungenügend schnitten Flugbuchung. com und Airlinedirect.de ab.
SPEZIAL bewertete nicht nur die günstigsten Flugpreise, sondern auch Übersichtlichkeit und Komfort der Flugbuchungsportale. Die maximale Punktzahl erhielt in diesem Teilkriterium Avigo.de. Dieser Anbieter liess nichts zu wünschen übrig. Im Kriterium Flugpreise liegt er im Mittelfeld.
Abzüge beim Komfort gab es für Flug.de, Flugbuchung.com, Flugshop.ch, Hotelplan, Kuoni, STA Travel und Travel.ch. Diese Anbieter liefern in der Resultatübersicht Preise ohne Taxen und Gebühren. Zum Teil wird dadurch sogar die Reihenfolge der aufgelisteten Flüge verfälscht.
Besonders ärgerlich: Wenn auf die eingangs offerierten Preise im weiteren Buchungsprozess nicht nur Taxen und Gebühren draufgeschlagen werden, sondern sich plötzlich gar der Grundpreis des Tickets erhöht. Das war jedoch einzig bei Flugbuchung.com der Fall. Ebenfalls unbefriedigend ist, wenn ein Flug als verfügbar gekennzeichnet ist, der Buchungsversuch aber trotzdem scheitert. Das passierte bei Kuoni einmal.
Bei Expedia.de blieb der Buchungsprozess in beiden Stichproben im Dezember und März immer wieder hängen und musste abgebrochen werden. Auf Flugbuchung.com ist die Werbung besonders störend. Ein Popup-Fenster mit Werbung verdeckte mehrmals die Suchmaske.
Kurzstreckenflüge teurer als im Vorjahr
Insgesamt wirkte sich das Kriterium Übersichtlichkeit und Komfort meist positiv auf die Gesamtpunktzahl eines Anbieters aus.
Interessantes zeigte sich auch bei der Preisentwicklung zwischen dem Datum der ersten (15. Dez. 2004) und der zweiten Stichprobe (1. März 2005). Während die Kurzstreckenflüge bei der März-Stichprobe praktisch ausnahmslos teurer waren als im Dezember, liessen die Langstrecken-Verbindungen im Preis nach.
Beim Hongkong-Flug war die Preis-Bandbreite Anfang März sehr eng. Es gab nur einen Unterschied von etwas über 2 Prozent vom günstigsten zum teuersten Ticket. Alle Flugbuchungsmaschinen präsentierten dieselbe Flugverbindung mit der Swiss.
Sparen kann auf dieser Strecke, wer mit der British Airways fliegt und einen Umweg über London in Kauf nimmt. Diese Variante war bis zu 18 Prozent günstiger als der Direktflug.
Der günstige Weg zum Logis
Über Hotelportale kommt man häufig preiswerter zum Hotelzimmer als direkt über das betreffende Hotel.
Die Zeitschrift K-Geld hat Portale für Hotelbuchungen unter die Lupe genommen (Ausgabe 4/04). Fazit: Die Suche bringt nicht nur die grösste Auswahl, sondern oft auch die besten Preise. Manche Hotelportale offerierten Übernachtungen zum Teil gar günstiger als das Hotel.
Ob ein Portal gut ist, erkennt man so:
- Verfügbarkeit des Tarifs: Das Portal sollte vor dem eigentlichen Buchungsvorgang prüfen, ob ein bestimmter Zimmertarif für das gewünschte Datum verfügbar ist. Andernfalls hat der Kunde bereits seine Kreditkartennummer angegeben und wird unter Umständen mit einem höheren Tarif als erwartet konfrontiert.
- Ein benutzerfreundliches Portal erlaubt die Hotelsuche mit Eingabe des Hotelnamens.
- Im Zimmerpreis sind Mehrwertsteuern und Taxen von Anfang an eingerechnet.
Im K-Geld-Vergleich hat sich gezeigt, dass die Hotelportale über geografische Stärken verfügen:
Europa: Budgethotel.com, Ebookers.de, Hrs.com, Opodo.de.
Nordamerika: Expedia.com, Hotels.com, Travelocity. com.
Interessant können auch lokal verankerte Portale sein. Etwa Venere.com für Italien und Sign post.co.uk für Grossbritannien.
Flugbuchungsportale: So wurde getestet
Flugpreise
SPEZIAL führte bei den zwölf untersuchten Flugbuchungsmaschinen zwei Stichproben im Abstand von zweieinhalb Monaten durch. Dabei wurden die jeweils günstigsten Angebote für Retourflüge von Zürich nach London, Wien, Berlin, New York, Singapur und Hongkong erhoben.
Es wurde jeweils nach Flügen an identischen Daten gesucht. Die Tageszeit der Abflüge war unwichtig. Im Vergleich berücksichtigt wurden die Preise inklusive Taxen und allfällige Vermittlungsgebühren.
Für das günstigste Angebot gab es jeweils 100 Punkte zu holen. Bei den teureren Angeboten hing die Anzahl abgezogener Punkte von der Preisdifferenz zum günstigsten Flug ab: 2 Punkte Abzug pro Prozent Preisdifferenz. Beispiel: War ein Flug 20 Prozent teurer als das günstigste Angebot in der Stichprobe, gabs noch 60 Punkte.
Vor allem bei den Interkontinental-Flügen eröffneten sich durch Umsteigeflüge viele Möglichkeiten. Solche Flüge sind zwar weniger komfortabel, waren dafür häufig am günstigsten. Dem Komfortverlust wurde Rechnung getragen, indem Umsteigeflüge bei gleichem Preis max. 80 Punkte erreichen konnten. Um auf 100 Punkte zu kommen, musste ein Umsteigeflug also mindestens 10 Prozent günstiger sein als der günstigste Direktflug.
Beide Stichproben (Dez. und März) wurden in der Endabrechnung mit je 40 Prozent für das Gesamturteil gewichtet.
Übersichtlichkeit/Komfort
20 Prozent für das Gesamturteil holten die Buchungsmaschinen im Kriterium Übersichtlichkeit und Komfort.
Punkte gabs für die Ausgestaltung der Suchmaske. Sind Personenzahl, Flugzeiten, Airlines und Flugklasse wählbar? Gibt es Hilfen für die Datumseingabe und einen Airportatlas?
Bei den Resultaten war entscheidend, ob die Preise korrekt - also inklusive Taxen - angegeben und sauber aufgeschlüsselt waren. Ausserdem wurde bewertet, ob Infos wie Flugdaten, Airline, Flugnummer und Zwischenlandung klar ersichtlich waren. War die Verfügbarkeit des Fluges korrekt angegeben? Gab es störende Werbung? Existierte ein direkter Link für eine neue Anfrage?
23. März 2005 | Patrick Gut
