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Artikel | Haus & Garten 4/2005

Wie Sie Ihren Marktwert steigern

Heute wird verlangt, dass sich Berufsleute à jour halten. Doch wie findet man die richtige Fortbildung und wie finanziert man sie? - SPEZIAL zeigt, wies geht.

Weiterbildung ist für das berufliche Vorankommen wichtig - und sie ist sehr teuer. Davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen - man sollte eine Vollkostenrechnung machen und Aufwand und Ertrag gegeneinander abwägen.

Eine Vollkostenrechnung umfasst die Ausbildungskosten, zudem die Ausgaben für Lehrmittel und allenfalls spezielle Infrastruktur wie Software und allfällige Prüfungskosten. Eventuell kommen dazu noch die Ausgaben für Transport, auswärtige Verpflegung und allfällige Übernachtungskosten.

Nach Abschätzung aller Kosten sollte man folgende Finanzierungsmöglichkeiten prüfen:

Eigenmittel
- Am besten fährt, wer Erspartes einsetzen kann. Möglicherweise übernehmen auch Partnerinnen oder Partner die entstehenden Kosten. In solchen Fällen schafft ein Vertrag (Höhe, Rückzahlungsart) Klarheit.

Stipendien und Darlehen
- Stipendien für Weiterbildungen sind schwer zu bekommen. Kantone gewähren allenfalls Darlehen, die in der Regel nach Weiterbildungsabschluss zu verzinsen und zurückzuzahlen sind. Es kann sich auch lohnen, bei Stiftungen um einen Beitrag nachzufragen.

Stipendien und Darlehen sind kantonal geregelt. Ein Überblick über die verschiedenen Stellen findet sich unter www.crus.ch/ mehrspr/aus/stip/Stellen.html. Ein Verzeichnis von Schweizer Stiftungen kann unter www.esv2000. admin.ch eingesehen werden.

Ausbildungskredit
- Ausbildungskredite gibts von Finanzinstituten zu besonderen Konditionen. Ein Vergleich zwischen den Anbietern lohnt sich. Achten Sie darauf, sich nicht zu stark zu verschulden.

Arbeitgeberbeitrag
- Arbeitgeber können sich auf verschiedene Art und Weise an der Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden beteiligen. Meist tun sie das aber nur, wenn auch für die Firma etwas dabei herausspringt.

So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber
- Betonen Sie den Nutzen, den das Unternehmen aus den zusätzlichen Qualifikationen zieht, die Sie in der Weiterbildung erwerben.
- Betonen Sie Ihr Engagement für die Firma.
- Weisen Sie auf Bekenntnisse der Firma zur Mitarbeiterförderung hin. In Leitbildern, Jahresberichten oder auf Unternehmenswebsites finden sich oft Formulierungen wie «Wir fördern gezielt die Kompetenzen unserer Mitarbeiter».
- Sie bringen frisches Know-how ins Unternehmen. In der praktischen Anwendung können Sie das Gelernte an andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeben. Dadurch ergibt sich ein erwünschter Vervielfältigungseffekt.
- Sie gehen mit gutem Beispiel voran: Ihre Anstrengungen motivieren auch Kolleginnen und Kollegen dazu, ihr Wissen auf den neusten Stand zu bringen.
Kommen Sie der Firma auch entgegen. Nehmen Sie Vorgesetzten und Kollegen die Angst, dass durch Ihre Absenz Engpässe entstehen oder sich Pendenzenberge anhäufen, indem Sie frühzeitig von sich aus eine Lösung für solche Probleme präsentieren.



Links zum Thema Weiterbildung

- www.alice.ch: Portal des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung SVEB, mit einer Datenbank zu den Anbietern von Weiterbildung.
- www.berufsberatung.ch: Portal für alles, was mit Aus- und Weiterbildung und Laufbahnplanung zu tun hat.
- www.w-a-b.ch/www.wei terbildungsangebote.ch: Die Weiterbildungsangebots-Börse präsentiert Lehrgänge und Kurse aus allen Branchen.



Fünf Schritte zum persönlichen Weiterbildungsplan

Standortbestimmung
Was kann ich - über welche Erfahrungen verfüge ich? Stellen Sie die Fakten über Ihren bisherigen Werdegang zusammen. Dazu gehören alle Angaben über:
- Schulbildung
- Berufsbildung
- Weiterbildung
- Besondere Kompetenzen/Potenziale
- Erfolge im bisherigen Berufsleben

Zieldefinition
Was will ich - was kommt für mich in Frage? Formulieren Sie die Ziele, die Sie erreichen wollen:
- Aufstiegsorientierte Besserqualifizierung
- Berufsbezogene/fachliche Besserqualifizierung
- Mit Abschluss/ohne Abschluss
- Neue (Fach-)Bereiche erschliessen
- Persönliche Bereicherung
Informationsbeschaffung
Welche Möglichkeiten gibt es - was muss ich beachten? Verschaffen Sie sich einen Überblick über die für Sie relevanten Weiterbildungsangebote:
- Berufsberatung/Berufsinformationszentren (BIZ) besuchen (www.svb-asosp. ch)
- Gespräche mit Personalfachleuten
- Gespräche mit Absolventinnen und Absolventen der ausgewählten Schule
- Internetsuche (www. berufsberatung.ch)
- Prospekte anfordern

Evaluation
Welches Angebot entspricht mir - wo will ich einsteigen? Vergleichen Sie die Angebote und entscheiden Sie sich für jenes, das Ihnen am meisten zusagt. Gehen Sie nach diesen Punkten vor:
- Voraussetzungen prüfen
- Ausbildungsdauer und -beginn, Ausbildungsort
- Ausbildungsabschluss (Marktwert abklären)
- Kosten total, Preis-Leistungs-Verhältnis
- Qualität von Ausbildungsstätten und Kursleitenden (Referenzen einholen)

Umsetzung
Wie setze ich meine Pläne um - wie erreiche ich mein Ziel? Klären Sie die Punkte, die bei Ihrer Weiterbildung relevant sind. Das sind:
- Finanzierungsplan: Wie finanziere ich die Weiterbildung?
- Zeitmanagement: Wie organisiere ich Beruf/Weiterbildung/ privates Umfeld?
- Lernziele/Lernstrategien: Wie lerne ich am besten?
- Mögliche Schwierigkeiten: Wie bereite ich mich darauf vor?
- Belohnung: Was ist mir die Weiterbildung wert?

21. September 2005 | Fritz Keller


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