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Artikel | Haus & Garten 1/2006

Frühjahrs-Putz für Gartenwerkzeuge

Vielleicht hat die Heckenschere im feuchten Schuppen überwintert, der Spaten einen dicken Rostpelz angesetzt und die Axt ist stumpf - in solchen Fällen ist es höchste Zeit für einen kleinen Service.

Vernachlässigt wird vor allem das Nachschärfen schneidender Werkzeuge. Diese Arbeit macht am wenigsten Mühe, wenn sie regelmässig ausgeführt wird. Schliesslich weiss jeder gute Koch, dass es für den Wetzstahl schon zu spät ist, wenn das Messer kaum noch schneidet. Deshalb wird in Profiküchen vor jeder grösseren Schneidarbeit das Messer daran abgezogen.

Der Wetzstahl aus der Küche lässt sich übrigens gut für Gartenhippen und -messer verwenden. Führen Sie die Klinge vom Heft bis zur Spitze in flachem Winkel am Stahl entlang, wechseln Sie bei jedem zweiten oder dritten Hub die Klingenseite.

Messerklingen können auch nach Grossvätersitte an einem Stück unglasierter Keramik (Bodenrand eines Übertopfs) oder an einem Lederriemen abgezogen werden. Wesentlich effektiver gehts allerdings an einem Abziehstein - wie es gemacht wird, sehen Sie auf Seite 69 am Beispiel einer Gartenschere.

Wenn die Klinge allerdings schlecht schneidet oder nach dem Abziehen schnell wieder stumpf wird, sollte die Schneide nachgeschliffen werden. Beim Abziehen kann nämlich nur der unmittelbar schneidende Bereich an der Spitze der Klinge bearbeitet werden. Eine stumpfe Schneide ist jedoch in diesem Bereich schon «rund», bei mehrfach abgezogenen Klingen wird der Klingenwinkel ebenfalls immer grösser - erneutes Abziehen bringt dann kaum noch etwas.

Beim Schärfen an einem Schleifstein wird auch an den weiter hinten liegenden Flanken der Klinge Material abgenommen, die Schneide wird wieder schlanker. Deshalb bleibt das Werkzeug nach dem Anschliff auch länger scharf. Der sachgerechte Schliff erfordert jedoch etwas Übung und das passende Werkzeug. Falls Sie keine Erfahrung haben, überlassen Sie das besser dem Fachmann. Viele Gärtnereien und Gartencenter bieten einen Schleif-Service an.

Kaum problematisch sind grobe Klingen wie bei einer Axt oder einer stielgeführten Hacke. Für diese Arbeit ist eine Doppelbock-Schleifmaschine gut geeignet. Mit dem gröberen Schleifstein werden zunächst die Scharten begradigt, danach wird die Klinge angeschliffen. Der Schärfwinkel muss nicht präzise eingehalten werden, man kann also notfalls aus dem Handgelenk arbeiten. Grundsätzlich gilt, dass angeschliffene Werkzeuge zwar besser schneiden, dafür aber wieder schneller stumpf werden.

Neben mangelnder Schärfe ist bei vielen Gartenwerkzeugen die Korrosion (Rost) ein Problem. Flugrost können Sie leicht beseitigen, wenn Sie die Metallteile mit einem mit etwas Öl getränkten Lappen abreiben, dabei wird auch gleich festsitzender Schmutz entfernt. Stärker verrosteten Oberflächen rücken Sie am besten mit Stahlwolle zu Leibe.


Lockere Werkzeugstiele: Wässern hilft nur bedingt

Haben sich Stiele von Spaten und Hacken gelockert, sollten Sie sich nicht am landläufigen Ratschlag orientieren, der ein Wässern der Verbindung empfiehlt. Das hilft nur, solange das Holz feucht bleibt. Besser ist es, die Verbindung ganz neu herzustellen. Aber: Gelockerte Axt- und Hammerstiele nur vom Profi reparieren lassen.



Spaten pflegen

Ein Rostpanzer auf dem Blatt erschwert die Arbeit erheblich. Am besten entfernen Sie ihn mit mittelfeiner Stahlwolle.

Um das Eindringen des Blatts in die Erde zu erleichtern, sollte auch der Spaten etwas angeschärft werden. Das machen Sie mit einer Feile.

Erneuten Rostansatz verhindern Sie mit Öl. Entweder etwas Haushaltsöl (Nähmaschinenöl) mit einem Lappen auftragen oder Universalöl aufsprühen. Nehmen Sie nie Pflanzenöl aus der Küche, sonst könnte das Werkzeug dauerhaft klebrig bleiben.



Heckenschere Warten

Zum Schleifen sollten Heckenscheren demontiert werden, zum Abziehen muss es nicht unbedingt sein. Die meisten Modelle sind verschraubt.

Beim Abziehen zunächst die angeschliffene Schneidenseite bearbeiten. Dabei von der ...

... Klinge weg arbeiten (Pfeile). Die Klingenrückseite zum Schluss nur schwach plan zum Metall abziehen.



Etwas Öl wirkt under

Pflanzensäfte, Rost und Schmutz können die Scharniere von Handgeräten schwergängig machen.

- Vorbeugen: Legen Sie Ast-, Hecken- und Gartenscheren nicht auf die Erde, sondern auf den Steinweg, notfalls auf den Rasen.
- Ist das Problem schon da, können Sie der Mechanik fast immer mit ein paar Tropfen Nähmaschinen- oder Kriechöl wieder auf die Sprünge helfen.
- Nach dem Einölen sollten Sie die Gelenke mehrmals bewegen, damit das Öl bis an die Scharniere gelangt. Sollten Sie eine Schere zum Schärfen sowieso demontieren, verwenden Sie beim Zusammenbau besser dickflüssigeres Schmierfett, das nützt länger.
- Wichtig: Ölen Sie alle beweglichen Gelenke des Werkzeugs - nicht aber die Verschraubungen!

Ist die Schneide noch scharf, muss die Schere nicht demontiert werden. Ölen Sie alle beweglichen Gelenke des Werkzeugs.



So wird die Gartenschere wieder schnittfest

Die Klinge hat das Schleifen nötig - mit dieser Schere wurde oft Draht geschnitten. Ein präziser Schnitt ist kaum mehr möglich.

Zum Abziehen wird die Schere zerlegt - das ist sogar bei Billigmodellen fast immer möglich. Alle Teile zunächst gründlich reinigen.

Probieren Sie zunächst, die Schneide auf einem Abziehstein zu schärfen. Erst die Scharten im 90-Grad-Winkel herausschleifen, danach abziehen.

Zuletzt auf der feinen Seite des Steins die Vorderseite bearbeiten. Dann die Rückseite der Klinge flach zum Metall leicht abziehen.

Nach Einlegen der Klinge sollten Sie die Mechanik der Schere fetten.
Dazu können Sie zum Beispiel Velo-Kettenfett verwenden.

Die Schere wieder zusammenbauen und die Haltemutter nach und nach anziehen, bis Sie mit der Schere problemlos schneiden können.



Axt richtig schärfen

Gartengeräte mit grösserer Klinge schärft man meist an Doppelbock-Schleifmaschinen. Drücken Sie beim Schleifen jedoch nicht stark, um eine Überhitzung des Klingenstahls zu vermeiden.

Schleifen Sie zunächst allfällige Scharten aus der Axtklinge. Dazu die Schneide flach an den Stein heranführen und vorsichtig hin- und herbewegen.

Dann erst wird die Schneide angeschliffen. Der Schneidwinkel sollte etwa 30 Grad betragen, für die Bearbeitung von Hartholz besser gut 35 Grad.

04. Januar 2006


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