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Artikel | K-Tipp 2/2006

Berater mit eigenen Interessen

Der WWF Schweiz biedert sich als Nachlassberater und Erbe an.

Spenden sammeln ist ein hartes Geschäft. Die wenigsten Leute verteilen ihr sauer verdientes Geld zu Lebzeiten grosszügig an gemeinnützige Organisationen.

Entsprechend zielt der WWF Schweiz in seiner jüngsten Inseratekampagne nicht mehr nur auf den spontanen Spenderfranken. Er tut kund, dass er mit Erbschaften und Legaten ebenfalls gut leben könnte.

Und gerne ist er auch bereit, bei der Niederschrift des letzten Willens beizustehen: «Nutzen Sie unsere langjährige Erfahrung in der Nachlassregelung», ermuntert der WWF potenzielle Erblasser. «Wir beraten Sie professionell, vertraulich und kostenfrei.» Auf dass ganz sicher nichts schief gehe.

Fragt sich bloss: Wie professionell kann eine Nachlassberatung sein, wenn der Berater gerne miterben möchte? Der WWF beteuert gegenüber dem K-Tipp,das Angebot sei keineswegs davon abhängig, ob jemand beabsichtige, den WWF Schweiz als Erben einzusetzen. Die Entscheidungen der Erblasser würden strikt respektiert. Zudem sei es auch nicht das Ziel, «Leute, die keine Beziehung zum WWF und zur Natur haben, als Spender zu gewinnen».

In den letzten fünf Jahren hat der WWF Schweiz über Erbschaften rund 33 Millionen Franken erhalten.

(gs)

25. Januar 2006


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