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Artikel | Gesundheits-Tipp 2/2006

«Der Ausstieg fällt mir viel leichter»

Seit Anfang Jahr testen zehn Leserinnen und Leser verschiedene Rauchstoppmethoden. Jetzt berichten sie über ihre ersten Erfahrungen.

Die Aktion Rauchstopp des Gesundheitstipp läuft bereits über einen Monat. Sieben Teilnehmer haben sofort aufgehört. Die anderen testen Hilfsmittel wie die Smokeless Cigarettes und den Taschencomputer Quitkey, die den schrittweisen Ausstieg erlauben.

Sie haben es am schwersten. Christine Gafner, die Berner Tabakpräventionsfachfrau, warnt: «Aufpassen! Viele Raucher, die den Zigarettenkonsum reduzieren, rauchen nach einem Jahr wieder gleich viel wie früher.» Der Grund: Auch wer weniger raucht, ist noch vom Nikotin abhängig. Arthur Kessler, der seinen Konsum dank der Smokeless Cigarettes bereits reduziert hat, hat sich deshalb vorgenommen, noch im Februar ganz aufzuhören.

Einige Teilnehmer haben Mühe, die eingeschliffenen Gewohnheiten zu ändern. Christine Gafner rät: «Führen Sie, statt zu rauchen, bewusst neue Handlungen aus.» Sie gibt Beispiele: «Kneten Sie einen Ball, lösen Sie Kreuzworträtsel oder zeichnen Sie während des Telefonierens Männchen - das lenkt ab.» Andere berichten, dass sie husten müssen, obwohl sie nicht mehr rauchen. Kein Grund zur Sorge, erklärt Gafner: «Der Teer löst sich von der Luftröhre und wird herausgehustet - das ist ein gutes Zeichen.»

Andreas Gossweiler



Haben Sie auch Erfahrungen mit Rauchstopp-Methoden? Schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse: Redaktion Gesundheitstipp, «Rauchstopp», Postfach 277, 8024 Zürich oder redaktion@gesundheitstipp.ch



Isabel Berger (39), Blumstein-Ohrclip

«Am 6. Januar erhielt ich den Ohrclip. Seither rauche ich nicht mehr. Entzugserscheinungen spüre ich keine. Es läuft diesmal viel besser als bei früheren Ausstiegsversuchen. Damals hatte ich in Gesellschaft von Rauchern extrem Lust auf eine Zigarette - jetzt nicht mehr. Schwierig ist es für mich nur, beim Kaffee oder nach dem Essen nicht zu rauchen.»


Sarah Bernasconi (22), Quitkey

«In der letzten Woche des alten Jahres habe ich meinen Zigarettenkonsum in den Quitkey programmiert. Jetzt hilft mir das Gerät, das Rauchen zu reduzieren. Es piepst alle drei Stunden. Dann darf ich eine Zigarette anzünden. Leider muss ich den Quitkey an meinem Arbeitsplatz ausschalten. Ich arbeite in einem Restaurant. Das Piepsen würde die Gäste stören.»


Alfons Eder (46), Silvestermethode

«Seit dem 30. Dezember rauche ich nicht mehr. Am Silvester haben viele Leute um mich herum geraucht. Das hat mich nicht gestört. Es gibt aber schon schwierige Momente: Wenn ich mit Freunden zusammen bin oder bei Sitzungen. Starke Entzugserscheinungen habe ich nicht gespürt. Manchmal bin ich etwas gereizt. Um mich abzulenken, treibe ich mehr Sport. Ich trainiere jetzt für den Zürich-Marathon.»


Cordula Eggenberger (43), Handauflegen

«Der Handaufleger Kurt Zintzmeyer hielt die Hände auf meinen Kopf und die Schultern. Gesagt hat er nichts. Das war am 9. Januar. Die Behandlung hat gewirkt, auch wenn ich nicht weiss wie. Das Leben ohne Zigaretten geht besser, als ich dachte. Auch mein Mann ist erstaunt, dass ich nicht nervös bin. Früher sagte er nach zwei Tagen: Du bist unausstehlich, rauch lieber wieder.»


Nadir Ferrari (37), Easyway-Kurs

«Im Kurs - er fand am 7. Januar statt - kam richtiggehend Aufbruchstimmung auf. Der Kursleiter hat uns eingehämmert, dass das Rauchen eine dreckige Sache ist und keinen Spass macht. Jetzt fühle ich mich gut. Geschmacks- und Geruchssinn wurden intensiver. Wenn ich Lust auf Zigaretten habe, lese ich die Unterlagen, die mir der Kursleiter gab. Dann vergeht mir die Lust zu rauchen schnell wieder.»


Beatrix Isler (40), Hypnose

«Die Hypnose war angenehm und entspannend. Der Psychologe sagte mir, ich solle mit den Augen einen Punkt fixieren. Die Augen fielen mir zu. Während ich in Trance war, sprach er mein Unterbewusstsein an. Er fragte mich, ob ich bereit sei, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Antwort war nein. Ich habe dem Psychologen aber versprochen, statt 20 nur noch 10 Zigaretten pro Tag zu rauchen.»


Arthur Kessler (39), Smokeless Cigarettes

«Mit Hilfe der Smokeless Cigarettes habe ich meinen Konsum schrittweise von 20 auf 12 Zigaretten pro Tag reduziert. Die Smokeless Cigarettes haben ein frisches Aroma - sie enthalten Menthol. Wenn ich nachher eine Zigarette anzünde, schmeckt sie wie verbranntes Heu. Inzwischen habe ich mich an den unangenehmen Geschmack gewöhnt. Das Reduzieren wird schwieriger.»


Barbara Oesch (35), Akupunktur

«Das Aufhören fiel mir diesmal leichter als früher. Ich bin weniger gestresst. Die Akupunktur begann am 5. Januar - und machte mich entspannt und zufrieden. Zur Behandlung gehört auch eine Gesprächstherapie mit zwei anderen Betroffenen. In diesen Gesprächsrunden lernen wir, in bestimmten Situationen - zum Beispiel im Ausgang - ohne Zigaretten auszukommen.»


Manfred Roth (52), Nicotinell-Pflaster

«Mein Leben als Nichtraucher begann am 5. Januar. Es ist manchmal hart. Zwar fühle ich mich jetzt frei, weil ich nicht mehr ständig einen Kiosk suchen muss. Aber wenn ich gestresst bin, ist die Versuchung gross. Das Pflaster hilft mir, weil es das Verlangen nach Zigaretten und die Nervosität mindert. Hautreizungen hatte ich keine, aber gerötete Stellen. Ich hoffe, dass ich nicht vom Pflaster abhängig werde.»


Christian Santschi (21), Medikament Zyban

«Ich habe kein Bedürfnis mehr, zu rauchen. Nur einmal habe ich in einer Stresssituation zwei Züge genommen, aber dann die Zigarette sofort einem Kameraden gegeben. Ich fühle mich jetzt vitaler, muss aber noch immer husten. Die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen. Manchmal habe ich Schwierigkeiten beim Einschlafen, aber das ist nicht so schlimm. Ich bin seit dem 16. Januar Nichtraucher.»

15. Februar 2006


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