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Sie husten, rasseln und pfeifen: Besonders Kinder leiden öfter an akuter Bronchitis. Behandeln lässt sich die Krankheit gut mit Wickeln, Tees und Naturmedizin.
Sonja Lautenschläger war entsetzt: Ihr Sohn Timothy litt schon als Einjähriger immer wieder unter einem Husten, der nach ein paar Tagen in eine Bronchitis überging. «Er hustete wirklich schlimm und litt unter Atemnot», erzählt die Mutter. Timothy war an einer Bronchitis erkrankt, wegen jedem Infekt kriegte er zusätzlich Asthma. Selbst Kortison half nicht auf Dauer.
Die Mutter beschloss, es mit Naturmedizin und Homöopathie zu versuchen. Die Behandlungen schlugen an: Den Erfolg brachten eine Konstitutionsbehandlung bei der Homöopathin, der Wechsel von Kuh- zu Sojamilch, eine Sitzung bei einem Osteopathen, Hustenbalsam und Hustensirup aus Efeu. Timothys Gesundheit besserte sich zusehends. «In den letzten zwei Jahren litt Timothy nie mehr unter diesem schlimmen Husten», so die Mutter. Sie ist überzeugt: Der Heilungsprozess hat mit den Therapien und mit dem Umstellen der Ernährung zu tun.
Chemische Medikamente sind bei einer Bronchitis meist gar nicht nötig. Oft hilft Naturmedizin genauso gut. Der Arzt und Pflanzenexperte Andreas Schapowal aus Landquart GR weiss aus Erfahrung: «Besonders bei Atemwegskrankheiten wie Bronchitis hilft die Naturheilkunde bestens.»
Die Kinderärztin und medizinische Beraterin des Gesundheitstipp Silke Schmitt meint: «Normale Infekte sollten nicht mit Medikamenten unterdrückt werden. Denn Husten und Schnupfen trainieren das Immunsystem.»
Für Erkältungen und Bronchitis sind Kinder besonders anfällig: Bei ihnen baut sich das Immunsystem erst nach und nach auf. Neun und mehr Erkältungen pro Jahr - mit oder ohne Fieber - sind bei Drei- bis Sechsjährigen deshalb keine Seltenheit.
Wickel, Tee, Massagen und Hustensirup
«Das ist zwar mühsam für die kleinen Patienten», so Silke Schmitt. «Für Väter und Mütter besteht aber kein Grund zur Sorge.»
Ob Wickel, Tee, Klopfmassagen oder Hustensirup auf natürlicher Basis: Sie alle können eine Bronchitis lindern und bei der Heilung helfen. Fast am wichtigsten ist aber, dass ein Kind mit Husten viel trinkt, sagt Susanna Bertschi, Zürcher Naturheilpraktikerin und Homöopathin. «Die Flüssigkeit verdünnt den Schleim und erleichtert das Abhusten.» Sie empfiehlt warmen Tee mit Fenchel, Thymian und Kamille mit ein wenig Honig. Für ältere Kinder eignet sich Bronchialtee. Gut sind zudem Bettruhe, regelmässiges Lüften, feuchte Zimmerluft und leichtes, vitaminreiches Essen.
Von Milchprodukten rät Bertschi ab: «Milch fördert die Verschleimung und erschwert das Abhusten.» Deshalb sollten Kinder, die noch eine Milchflasche brauchen, besser Soja- statt Kuhmilch trinken.
Die Naturheilpraktikerin rät, Kindern unter zwei Jahren keine chemischen Hustensäfte zu geben. Empfehlenswert sind pflanzliche Hustenmittel, die schleimlösend wirken, zum Beispiel: Sirup oder Tee aus Efeu, Eukalyptus, Fichte, Süssholzwurzel oder Thymian.
Wenn sich Schleim bildet: Abhusten, nicht dämpfen!
Auf hustendämpfende Mittel sollte man nur dann zurückgreifen, wenn Kind und Familie derart gestört werden, dass sie nicht schlafen können. Allgemein gilt: Wenn sich Schleim bildet, sollte das Abhusten nicht gedämpft werden. Als reizlindernd gelten Huflattich, Eibisch, Königskerze, isländisches Moos und Spitzwegerich.
Bewährt haben sich zudem die guten alten Wickel: Quarkwickel sind schleim- und krampflösend und sehr wirksam. Der Kartoffelwickel wirkt vorwiegend schleimlösend. Auch Zwiebelwickel eignen sich.
Dem Kind kann man zusätzlich die Brust und den Rücken mit Bronchialbalsam einreiben. Bei Säuglingen soll man jedoch nur milde Präparate verwenden - ohne Kampfer und Menthol. Diese Stoffe können Hautreizungen oder einen Bronchialkrampf verursachen.
«Je kleiner das Kind ist, desto vorsichtiger muss man sein»
«In zwei, spätestens drei Wochen sollte eine normal verlaufende Bronchitis ausheilen», so Susanna Bertschi. Nötig wird ein Arztbesuch bei einer Bronchitis aber dann, wenn sich der allgemeine Zustand des Kindes konstant verschlechtert, der Schleim sich nicht löst, Wickel nicht helfen oder das Kind Fieber hat. Denn aus einer Bronchitis kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Dann - oder bei einer bakteriellen Bronchitis - wird der Einsatz von Antibiotika nötig. Kinderärztin Silke Schmitt rät, bei Babys nicht zu lange zu warten: «Je kleiner das Kind, desto vorsichtiger muss man sein.»
Als chronisch gilt eine Bronchitis, wenn das Kind mehr als drei Mal im Jahr daran erkrankt - oder wenn sie länger als drei Monate dauert.
Buchtipps:
Gesundheitstipp-Ratgeber «So wird Ihr Kind gesund» und «Alternative Heilmethoden». Zu bestellen mit der Karte auf Seite 9.
15. Februar 2006 | Gabriela Braun
