|
(0) |
Rauchstopp: Die erste Teilnehmerin der Aktion Rauchstopp hat aufgegeben. Drei wurden vorübergehend rückfällig.
Noch vor einem Monat waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion Rauchstopp auf Erfolgskurs. Jetzt hat die erste Leserin aufgegeben: Sarah Bernasconi, die den Quitkey getestet hat. Der Quitkey ist ein kleiner Taschencomputer, der den schrittweisen Ausstieg erleichtern soll. Alle paar Stunden piepst er - dann darf eine Zigarette geraucht werden.
«Der Quitkey hat mir nichts genützt, weil ich ihn während der Arbeit im Restaurant nicht einsetzen konnte», sagt die 22-Jährige. Dennoch freut sie sich: «Wenigstens konnte ich meinen Zigarettenkonsum reduzieren. Vorher rauchte ich ein Päckli pro Tag - jetzt nur noch fünf Zigaretten.»
Die Berner Fachfrau für Tabakprävention Christine Gafner wundert das nicht: «Den meisten Rauchern geht es wie Sarah Bernasconi», sagt sie. «Sie können den Quitkey während der Arbeit nicht anwenden.» Das sei ein Mangel dieses Hilfsmittels. Gafner hält das schrittweise Aufhören grundsätzlich für keine gute Idee: «Die Gefahr ist gross, dass die Zigaretten, die man noch rauchen darf, immer wichtiger werden. Für Ausstiegswillige wird der Rauchstopp darum noch schwieriger.»
«Ich dachte, ich könnte nur eine Zigarette rauchen»
Auch Cordula Eggenberger, die sich vom Handaufleger Kurt Zintzmeyer behandeln liess, begann Mitte Februar wieder zu rauchen. «Das war einfach ein dummer Tag», ärgert sie sich. «Ich dachte, ich könnte nur eine Zigarette rauchen, aber bald kam die Lust auf die nächste. Eine Woche lang rauchte ich zwei bis drei Zigaretten pro Tag.» Die 43-Jährige ging ein zweites Mal zum Handaufleger und lebt seither rauchfrei.
Christine Gafner: «Die Verhaltensänderung ist sehr wichtig für den erfolgreichen Ausstieg», betont sie. «Doch Methoden wie das Handauflegen, die man passiv auf sich einwirken lässt, bieten diesbezüglich keine Hilfe.»
Cordula Eggenberger ist nicht die Einzige, die vorübergehend wieder rauchte. Auch Alfons Eder (Silvestermethode) und Manfred Roth (Nicotinell-Pflaster) erlitten kurzfristige Rückfälle. Beide packte die Lust auf Zigaretten, als sie mit anderen Rauchern zusammen waren. «An einem Wochenende habe ich ein ganzes Päckli geraucht», berichtet Roth. «Nachher hatte ich ein schlechtes Gewissen.»
Ein Rückfall hat auch Positives - man lernt dazu
Manfred Roth habe Glück gehabt, sagt Christine Gafner: «Für die meisten, die wieder ein Päckli rauchen, ist der Rauchstoppversuch zu Ende.» Doch ein Rückfall hat für Expertin Gafner auch etwas Positives: «Man lernt etwas dazu. Und das spielt beim nächsten Anlauf vielleicht die entscheidende Rolle, sodass der Ausstieg gelingt.»
Auch die beiden Leser, die vor Monatsfrist noch rauchten, haben den Ausstieg nun geschafft. Nach mehreren Hypnosesitzungen bei einem Psychologen fühlte sich Beatrix Isler bereit aufzuhören. Und Arthur Kessler, der mit Smokeless Cigarettes den schrittweisen Ausstieg wagte, raucht seit Mitte Februar nicht mehr.
Haben Sie auch Erfahrungen mit dem Quitkey gemacht? Schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse: Redaktion Gesundheitstipp, «Rauchstopp», Postfach 277, 8024 Zürich oder redaktion@gesundheitstipp.ch
15. März 2006 | Andreas Gossweiler
