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Gut gesucht ist fast gefunden: saldo zeigt, wie selbst Laien bei der Suche im Internet zu professionellen Ermittlern werden.
Was n?tzt der sch?nste Winter, wenn es im Hals kratzt und brennt? Ihr Arzt hat Katarrh diagnostiziert und Ihnen ein Medikament verordnet. Doch Sie wollen sich selber kurieren - zum Beispiel mit Hilfe der Suchmaschine Google. Laut Erhebungen des Unternehmens f?r Medienforschung Wemf haben in den letzten sechs Monaten 83 Prozent der Deutschschweizer die Dienste von Google beansprucht.
Also, wie schreibt man «Katarrh» schon wieder? Egal - Sie w?hlen «Seiten auf Deutsch» und tippen das Wort phonetisch ein, also so, wie es ausgesprochen wird. In der Suchmaske steht dann: Katarr
Google interpretiert Ihre Eingabe und macht im Zweifelsfall Vorschl?ge zur Orthografie. In Ihrem Fall fragt die Suchmaschine nach: «Meinten Sie Katarrh?» Richtig. Sie best?tigen die h?ufiger auftretende Schreibweise durch einen Klick.
Die Suchmaschine findet daraufhin ?ber 96000 Seiten - un?berschaubar. Die Statistiken der Provider zeigen: Immer noch geben viele Nutzer nur einen einzigen Suchbegriff ein und werden von der Menge der Fundstellen abgeschreckt. Kein Wunder, denn Google kennt derzeit ?ber acht Milliarden Seiten.
Sie ?berlegen: Wie kann die Suche eingegrenzt werden? Ihrem Katarrh m?chten Sie mit einer Heilpflanze den Garaus machen. Also f?gen Sie diesen Suchbegriff hinzu. In der Suchmaske steht jetzt: Katarrh Heilpflanzen
Der Suchdienst durchst?bert das Internet erneut und findet immer noch fast 900 Seiten, die beide Begriffe nennen. Ratlos husten Sie vor sich hin. Eigentlich m?chten Sie ja eine Heilpflanze finden, die gegen Katarrh und trockenen Husten hilft. Nun erg?nzen Sie die Eingabe wie folgt: Katarrh Heilpflanzen ”trockener Husten” Die Anf?hrungszeichen sind wichtig: Google sucht jetzt nur nach Seiten, auf denen diese Begriffe hintereinander vorkommen. Fundstellen wie etwa «es ist ein trockener Tag - wir husten dem Nachbarn mal die Meinung» werden ignoriert. Die Suchmaschine findet jetzt noch rund 200 Seiten.
Ihnen f?llt ein, wie Sie die Zahl der Ergebnisse weiter verringern k?nnen. Ein Kollege hat Ihnen gegen Katarrh Kapuzinerkresse empfohlen. Doch die «geschmacklich interessante Erg?nzung im Salat» - so steht es in einem Kochbuch - haben Sie schon probiert. Sie m?chten ein anderes Kraut testen. In die Suchmaske schreiben Sie deshalb: Katarrh Heilpflanzen ”trockener Husten” -Kapuzinerkresse
Das Minus-Zeichen vor einem Suchbegriff ist ein Ausschlusskriterium. Google versteht Sie so, dass Sie Informationen zu jeder Heilpflanze m?chten, nur die Kapuzinerkresse wollen Sie links liegen lassen. Von anf?nglich ?ber 20 000 Seiten sind jetzt noch rund 100 ?brig. Idealerweise haben Sie nun s?mtliche Gew?chse gefunden, denen nachgesagt wird, Katarrh in Kombination mit trockenem Husten zu bek?mpfen. Mit Ausnahme der Kapuzinerkresse, denn die hat bei Ihnen ja kl?glich versagt.
Verschiedene Suchmethoden: So werden Sie f?ndig
- Verzeichnis-Suche: Google bietet die Suche innerhalb einer Themenkategorie an. W?hlen Sie f?r den Suchbegriff «Aids» die Kategorie «Gesellschaft», erhalten Sie Infos zum beruflichen und privaten Bereich. Entscheiden Sie sich hingegen f?r die Kategorie «Gesundheit», liefert Google eher medizinische Hinweise.
- News-Suche: Wer die neusten Medienberichte zu einem Thema sucht, sollte Google-News ausprobieren: Hier k?nnen 700 Nachrichtenquellen durchforstet werden. Das Angebot wird alle 15 Minuten aktualisiert.
- Seiten-Suche: Wer sich erinnert, auf einer bestimmten Seite etwas gelesen zu haben, kann ausschliesslich diese Adresse absuchen (www.name_der_seite.ch plus ein Stichwort). Wer noch weiss, dass die Information als PDF-Dokument vorlag, erg?nzt: filetype:pdf. Andere Dateiformate sind Microsoft Word (doc), Excel (xls), Powerpoint (ppt).
- Cache-Suche: Der Google-Cache ist ein Zwischenspeicher, der eine ?ltere Version einer Internetseite darstellt. Sollte eine Seite einmal nicht verf?gbar sein, kann Google dank einem zuvor erstellten «Schnappschuss» den Inhalt trotzdem zeigen. Klicken Sie daf?r statt des unterstrichenen Hauptlinks «im Cache» an.
15. März 2006 | Franco Tonozzi
